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sagen:veckenstedt081

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-Ein Bauer aus Sorno fuhr eines Tages bei dem Kirchhof vorbeiPlötzlich sprang von der Mauer des Kirchhofs ein Thier herunter und setzte sich ihm auf den WagenDas Thier nahm verschiedene Gestalten an: es verwandelte sich bald in eine Ente, bald in eine Katze, bald in ein anderes ThierSo lange das Thier auf dem Wagen warzogen die Pferde nicht, so dass der Bauer halten musste. Endlich sprang es vom Wagen herunter; sogleich zogen die Pferde wieder an.  +====== Das Unthier vom Steinteiche ====== 
-Späterhin ist das Thier noch öfter auf den Wagen des Bauers gesprungenwenn er bei dem Kirchhof vorbei gefahren ist. Sorno. + 
 +    Kolkwitz 
 + 
 +In dem Steinteiche bei [[geo:Kolkwitz]] war früher eine sehr tiefe Stelle. Der Teichwächter sah dort bald eine Frau, bald ein Schaf umherschwimmen. Er erzählte, was er gesehen hatte, anderen Leuten, seine Stelle als Teichwächter aber gab er auf, weil er vor dem Gesehenen Furcht hatteAuch dem folgenden Teichwächter geschah dasselbe. So kam es, dass bald Niemand mehr die Stelle eines Teichwächters dort annehmen wollte. Selbst die Pferde, welche in der Nähe des Teiches und Priorfliesses früher geweidet wurden, zeigten mitunter zur Mittag- oder zur Abendzeit eine seltsame Unruhe und rannten dann in wildem Schrecken davon.  
 + 
 +Endlich fand sich ein junger Mann, der eben von den Soldaten losgekommen war, welcher die Teichwächterstelle annahmAls er seinen Posten angetreten hatte, nahm er ein scharfgeladenes Doppelgewehr und zwei Hunde mit an den Teich. Es währte nicht lange, so liess sich vom Teich her ein Rauschen vernehmendann bemerkte der Wächter, wie sich Etwas dem Lande näherte und schliesslich in ein furchtbares Gebrüll ausbrachDer Wächter ging auf den Teich zu. Da sah er ein riesiges Thier, welches er für einen Bären hielt. Er hetzte die Hunde auf dasselbe, die aber wagten nicht auf das Ungethüm loszugehen, sondern schmiegten sich ängstlich an den Wächter an. Jetzt griff dieser zu seinem Gewehr, vermochte aber in seiner Angst nicht anzulegen und zu schiessen. Es währte eine geraume Zeit, dass das Unthier sich in der Nähe des Ufers aufhielt, dann entfernte es sich von demselben wieder, kehrte nach der tiefen Stelle des Teiches zurück und verschwand dort.  
 + 
 +Der Wächter ging am anderen Morgen zu dem Besitzer der Fabrik, welche in der Nähe des Teiches liegtund erzählte diesem, was er gesehen hatte; der aber meinte, das sei nichts Neues; er hätte das Unthier nur fragen sollen, was es begehre. Von der Zeit an ist in dem Steinteich nichts Besonderes mehr gesehen worden 
  
 //Quelle: [[autor:veckenstedt|Edmund Veckenstedt]]: [[buch:wendischesagen|Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche]]. Leuschner & Lubensky, Graz 1880// //Quelle: [[autor:veckenstedt|Edmund Veckenstedt]]: [[buch:wendischesagen|Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche]]. Leuschner & Lubensky, Graz 1880//
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sagen/veckenstedt081.1675456312.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)