sagen:ursprung_der_welfen
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| - | ====== Ursprung der Welfen ====== | ||
| - | Reiner Reinek von Steinheim brandenburger Chronica. Wittenberg 1580. 4. gleich Eingangs nach alten Chroniken. | ||
| - | Bucelinus, monachus weingartensis in Germ. s. et prof. T. 2. p. 363. | ||
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| - | Warin war ein Graf zu [[geo: | ||
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| - | Das nächste Jahr wurde die Gräfin selbst schwanger, und gebar, als der Graf eben ausgezogen war, zwölf Kindlein, eitel Knaben. Zitternd und zagend, daß man sie nun gewiß, ihren eigenen Reden nach, Ehbruchs zeihen würde, befahl sie der Kellnerin, die andern elfe (denn das zwölfte behielt sie) in den nächsten Bach zu tragen, und zu ersäufen. Indem nun die Alte diese elf unschuldigen Knäblein in ein großes Becken gefaßt, in den vorfließenden Bach, die Scherz genannt, tragen wollte: schickte es Gott, daß der Isenbart selber heim kam, und die Alte frug, was sie da trüge? Welche antwortete: es wären [[typ: | ||
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| - | Ei, ihr habt Hunde genug – sagte die Alte und weigerte sich – ihr möchtet ein Grauen nehmen, sähet ihr einen solchen Wust und Unlust von Hunden. Allein der Graf ließ nicht ab, und zwang sie hart, die Kinder zu blößen und zu zeigen. Da er nun die elf Kindlein erblickte, wiewohl klein, doch von adlicher, schöner Gestalt und Art, fragte er heftig und geschwind: weß die Kinder waren. | ||
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| - | Und als die alte Frau bekannte, und ihn des ganzen Handels verständigte „wie daß nämlich die Kindlein seinem Gemahl zustünden, auch aus was Ursach sie hätten umgebracht werden sollen" | ||
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| - | Sechs Jahre hernach ließ der Graf die elf Knaben, adlich geputzt und geziert in sein Schloß, da itzo das Kloster Weingarten stehet, bringen, lud seine Freundschaft zu Gast, und machte sich fröhlich. Wie das Mahl schier vollendet war, hieß er aber die elf Kinder, alle roth gekleidet, einführen; und alle waren dem zwölften, den die Gräfin behalten hatte, an Farbe, Gliedern, Gestalt und Größe so gleich: daß man eigentlich sehen konnte, wie sie von einem Vater gezeugt, und unter einer Mütter Herzen gelegen wären. | ||
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| - | Unterdessen stand der Graf auf, und frug feierlich seine gesammte Freundschaft: | ||
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| - | Zum ewigen Gedächtniß der wunderbaren Geschichte, begehrte und verordnete in seiner Freunde Gegenwart der Graf: daß seine Nachkommen sich fürder nicht mehr Grafen zu Altorf, sondern Welfen, und sein Stamm der Welfen Stamm heißen sollten. | ||
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| - | Andere berichten des Namens Entstehung auf folgende verschiedene Art: | ||
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| - | Der Vorfahre dieses Geschlechtes habe sich an des Kaisers Hof aufgehalten, | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 2, S. 233-236, 1818// | ||
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