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sagen:tss3365

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 ====== Der Mönch und das ewige Licht ====== ====== Der Mönch und das ewige Licht ======
  
-Bei dem Dorfe Schmeheim liegen auf einem Berge noch die Trümmer einer dem heiligen Laurentius geweihten Kapelle; man nennt es insgemein: auf der Lorenze. In dieser Kapelle hatten vor alten Zeiten die Mönche von Kloster Rohra und Veßra abwechselnd den Dienst zu versehen; sie war sehr prächtig verziert und reich ausgestattet durch Stiftungen und Vermächtnisse. Ein Solches war auch vorhanden für Erhaltung eines ewigen Lichts, da von Rohra den Genuß hatte, und ein Mönch aus diesem Kloster hatte die Obhut über die heilige Ampel; zu diesem wurde stets ein sorgsamer und nicht mehr junger Klosterbruder gewählt, denn im Stiftungsbrief stand, daß der Genuß jenes Vermächtnisses alsbald an das Kloster Veßra fallen solle, wenn die Lampe einmal erlösche. So war denn auch einmal ein nicht mehr junger Mönch Pfleger des ewigen Lichts, allein es hatte diesen sein Alter nicht vor Thorheit geschüßt, und es bestand zwischen ihm und einem seiner hübschen Beichtkinder aus Marisfeld ein sehr trauliches Einverständniß.+Bei dem Dorfe Schmeheim liegen auf einem Berge noch die Trümmer einer dem heiligen Laurentius geweihten Kapelle; man nennt es insgemein: auf der Lorenze. In dieser Kapelle hatten vor alten Zeiten die Mönche von Kloster Rohra und Veßra abwechselnd den Dienst zu versehen; sie war sehr prächtig verziert und reich ausgestattet durch Stiftungen und Vermächtnisse. Ein Solches war auch vorhanden für Erhaltung eines ewigen Lichts, da von Rohra den Genuß hatte, und ein Mönch aus diesem Kloster hatte die Obhut über die heilige Ampel; zu diesem wurde stets ein sorgsamer und nicht mehr junger Klosterbruder gewählt, denn im Stiftungsbrief stand, daß der Genuß jenes Vermächtnisses alsbald an das Kloster Veßra fallen solle, wenn die Lampe einmal erlösche. So war denn auch einmal ein nicht mehr junger Mönch Pfleger des ewigen Lichts, allein es hatte diesen sein Alter nicht vor Thorheit geschüßt, und es bestand zwischen ihm und einem seiner hübschen Beichtkinder aus [[geo:Marisfeld]] ein sehr trauliches Einverständniß.
  
 Das Mäglein besuchte regelmäßig die Laurenzikirche zum Frühgebet, und Abends schlich der Mönch zu seiner Schönen und wurde wieder jung bei ihr. Am Namenstag des Schutzheiligen hatte er ebenfalls die Ampel wohl gefüllt und war heitern Herzens den gewohnten Weg gegangen; als er zurück kam, war die Lampe erloschen. Darüber erschrack er so sehr, daß er auf der Stelle todt niedersank. Und seit jener Zeit geht der Mönch um. Am Abend des heiligen Laurentiustages kommt er, umwandelt einmal den Berg und sucht seine Lampe anzublasen; dann wandelt er wieder um den Berg, kehrt wieder an die Stätte der Kapelle und bläßt, und nun brennt die Lampe. Die trägt er dann, zum dritten Mal den Berg umwandelnd. Das Mäglein besuchte regelmäßig die Laurenzikirche zum Frühgebet, und Abends schlich der Mönch zu seiner Schönen und wurde wieder jung bei ihr. Am Namenstag des Schutzheiligen hatte er ebenfalls die Ampel wohl gefüllt und war heitern Herzens den gewohnten Weg gegangen; als er zurück kam, war die Lampe erloschen. Darüber erschrack er so sehr, daß er auf der Stelle todt niedersank. Und seit jener Zeit geht der Mönch um. Am Abend des heiligen Laurentiustages kommt er, umwandelt einmal den Berg und sucht seine Lampe anzublasen; dann wandelt er wieder um den Berg, kehrt wieder an die Stätte der Kapelle und bläßt, und nun brennt die Lampe. Die trägt er dann, zum dritten Mal den Berg umwandelnd.
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sagen/tss3365.1717669032.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)