sagen:tss3362
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:tss3362 [2024/06/06 12:16] – ewusch | sagen:tss3362 [2025/01/30 18:00] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
| ====== Der Teufelsstein ====== | ====== Der Teufelsstein ====== | ||
| - | In nicht geringer Weite von Themar liegt nach dem Thüringer Waldgebirge zu ein 70 Fuß hoher, an drei Seiten fast senkrechter Basaltfels, der Teufelsstein oder Feldstein. Er gleicht einem dunkeln Riesengebäu, | + | In nicht geringer Weite von [[geo:Themar]] liegt nach dem Thüringer Waldgebirge zu ein 70 Fuß hoher, an drei Seiten fast senkrechter Basaltfels, der [[ding:Teufelsstein]] oder Feldstein. Er gleicht einem dunkeln Riesengebäu, |
| - | Dieser säumte auch nicht lange, um das Edelfrâulein bei ihrem Vater zu werben, welcher aber zum Unglück in ihm den Sohn seines Todtfeindes erkannte und ihm mit Hohn Entfernung gebot. Er rief aus: Lieber will ich dem Teufel meine Tochter geben, als Dir! Auf diese Rede warf der junge Ritter ihm den Fehdehandschuh vor die Füße und drohte, er werde morgen mit dem Frühesten mit reisigen Mannen kommen und ihn bald eine andre Sprache lehren. Dann ging er von dannen, der alte Burgherr aber erschrack, denn seine Burg war viel zu morsch und baufällig und schlecht bemannt, als daß sie bei einem Sturm ihm hätte eine sichere Schirmwehr sein können. Und er trat im Abenddunkel hinaus in den Wald und berief den bösen Feind, welcher auch erschien. Diesen beschwur er, noch in derselben Nacht vor dem Hahnschrei des Morgens einen dreifachen unübersteiglichen Mauerring um die Burg zu thurmen. Dieses versprach der Böse, forderte aber als Lohn für sein nicht geringes Bemühen des Ritters Töchterlein und erhielt willige Zusage. | + | Dieser säumte auch nicht lange, um das Edelfrâulein bei ihrem Vater zu werben, welcher aber zum Unglück in ihm den Sohn seines Todtfeindes erkannte und ihm mit Hohn Entfernung gebot. Er rief aus: Lieber will ich dem [[wesen:Teufel]] meine Tochter geben, als Dir! Auf diese Rede warf der junge Ritter ihm den [[lex: |
| - | Alsbald begann ein wildes Treiben, ganze Legionen von Teufeln trugen Felsen und Steinblöcke herbei, und der dreifache Mauerwall thürmte sich rund um den Berg mit erstaunlicher Schnelligkeit empor. Die kluge Amme aber mochte den Bund behorcht haben, oder ahnen, was das alles bedeute, und schlich lange vor dem ersten Hahnkrat mit einem verdeckten Licht zum Hühnerstalle, | + | Alsbald begann ein wildes Treiben, ganze Legionen von Teufeln trugen Felsen und Steinblöcke herbei, und der dreifache Mauerwall thürmte sich rund um den Berg mit erstaunlicher Schnelligkeit empor. Die kluge Amme aber mochte den Bund behorcht haben, oder ahnen, was das alles bedeute, und schlich lange vor dem ersten Hahnkrat mit einem verdeckten Licht zum Hühnerstalle, |
| - | Manche sagen, daß ein großer Schatz darunter liege, den der Neid des Bösen durch den mächtigen Fels verschlossen habe. Weithin ist dieser Stein verrufen, ja bis in das Böhmer Land, wo die Leute den Wunsch thun: Ich wollte, du wärest, wo der Teufel den Stein abgeladen hat. Das hat ein Soldat aus Oestreich gesagt, der den Stein aufsuchte und sich freute, einmal da zu seyn, wohin ihn seine Aeltern als Kind so oft gewunschen. | + | Manche sagen, daß ein großer Schatz darunter liege, den der Neid des Bösen durch den mächtigen Fels verschlossen habe. Weithin ist dieser Stein verrufen, ja bis in das [[region: |
| // | // | ||
| Zeile 17: | Zeile 17: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/tss3362.1717668961.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
