sagen:tss3355
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:tss3355 [2024/06/06 12:13] – ewusch | sagen:tss3355 [2025/01/30 18:00] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
| ====== Das Gebet der Mutter ====== | ====== Das Gebet der Mutter ====== | ||
| - | An dem hohen Gebaberg, auf der Seite nach Meiningen zu, nicht weit vom Dörflein Träbes, liegt ein tiefer Erdfall, insgemein das Träbeser Loch genannt, und unten am Fuß der Geba liegt das Dorf Seba und nahe dabei ein kleiner See. Vor alten Zeiten war das Träbeser Loch bis an den Rand voll Wasser, und an der Stelle des Sees erblickte man die schönste und fruchtbarste Wiese im ganzen Thal. | + | An dem hohen Gebaberg, auf der Seite nach [[geo:Meiningen]] zu, nicht weit vom Dörflein Träbes, liegt ein tiefer Erdfall, insgemein das Träbeser Loch genannt, und unten am Fuß der Geba liegt das Dorf Seba und nahe dabei ein kleiner See. Vor alten Zeiten war das Träbeser Loch bis an den Rand voll Wasser, und an der Stelle des Sees erblickte man die schönste und fruchtbarste Wiese im ganzen Thal. |
| Diese war Eigenthum einer reichen, hochbetagten Wittwe. Die Wittwe ward krank, und ihre beiden Söhne traten an ihr Lager, als sie in großer Schwachheit lag, glaubten, sie schlummere, und begannen sich unter einander über ihr Erbe zu besprechen, und wie sie mit einander theilen wollten, wurden auch fertig mit einander, bis auf die Wiese, die wollte jeder ganz und ungetheilt besißen, und von den leisen Worten kam es zu lauten, so daß sich die Brüder am Sterbebette der Mutter zankten, und daß Einer drohte, den Andern todt zu schlagen, worauf sie voll Zorn die Stube verließen. Die kranke Frau hatte alles gehört, ward schmerzlich bewegt in ihrem Herzen und richtete ein flehentliches Gebet zu Gott, daß er verhüten möge den Bruderzwist, | Diese war Eigenthum einer reichen, hochbetagten Wittwe. Die Wittwe ward krank, und ihre beiden Söhne traten an ihr Lager, als sie in großer Schwachheit lag, glaubten, sie schlummere, und begannen sich unter einander über ihr Erbe zu besprechen, und wie sie mit einander theilen wollten, wurden auch fertig mit einander, bis auf die Wiese, die wollte jeder ganz und ungetheilt besißen, und von den leisen Worten kam es zu lauten, so daß sich die Brüder am Sterbebette der Mutter zankten, und daß Einer drohte, den Andern todt zu schlagen, worauf sie voll Zorn die Stube verließen. Die kranke Frau hatte alles gehört, ward schmerzlich bewegt in ihrem Herzen und richtete ein flehentliches Gebet zu Gott, daß er verhüten möge den Bruderzwist, | ||
| Zeile 15: | Zeile 15: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/tss3355.1717668839.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
