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sagen:tss3329

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 +====== Die Brout en Garte. ======
  
 +(Die Braut im Garten.)
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 +In Benzzause waer ag eimoil e Brout, abber se waer net((nicht)) glöcklich, weil se örn Bräutigöm net gern hät, u der ir oufgedrounge waer. Als se nu en der Kerche gekopelirt sou wär, läuts zum erstemoil, u beimme zweitemoil Läute es se fix u fertig ohgezöh((angezogen)), flennt((weint)) in sprecht: ig well ner nog e beßle naus in Garte geehe u fresche Luft schöpf, u widder komm, banns((wenn es)) zesommeschläit; abber kä Mensch, ag ör Bräutigöm net, dorft mitter((durfte mit ihr)). Bi se in Garte ahgekomme waer, so heult se förchterlich übber örr Uglöck, u da stett mett eimoil e fremer Mo((fremder Mann)) bei er, den se nog nie gesäie hat, un fräigt se öm irrn Kommer, u se sät en aues, bih's er öms Heerz waer. Da trüst se der Mo u fängt o, u lobt örn Garte gar sehr un sprecht von diesen und jenn, öm ner de Brout off annere Gedahnke ze brenge, un se zeigt en aues en örn Garte. Nachdem säit der Mo, se soll eg eimoil mit en seinn Garte gäche un sech ömsäieh; sei Garte lag abber ganz darnabe((daneben)) nahe örn, un doch hatten de Brout noch keimal gesäehe, wiwo((wiewohl)) er gar sehr schüi waer. Da waren auerhand schünne Blumme denn, Vögu((Vögel)), die ihr noch keimal für-gekomme waren, pfefe denn,((pfiffen darin)) Alee u Gartelabe((Gartenlauben)) gabs, Sprengbrönn u Beer auerlei Aert, aues gar sehr schüi u prächtig; dazu sprach der Mo, der er den Garte wehs((wies (zeigte) )), gar sehr freundlich u ohgenahm mit er, bis of aimoil zesomme schlugk; da nohm der Mo höflich u fei züchtig Abschied zweche örn un sein Garte, un die junge Brout ging nu widder eus Haus zeröck, öm zer Kopelation met örn Bräutigöm en de Kerche ze ziehn. Assa((Als sie)) abber ens Haus kam, bleb er der Verstand stenn, denn da waren anne-re, ör ganz fremme Leut zegöh((zugegen)) anners gekleidt, un von en Bräutigöm, un von Huizigäst, un von örn Geschwister, vo Vater un Moitter waer niß ze senn un ze höre. Nu forscht mer nag, un so fand sich's denn en Kerchebug, daß vor honnert Jarn emal e Brout vor dem Zesommeschlöinnn in den Garte gegange un nett widder gekomme waer. 
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]], Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung// +  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]] - [[buch:tss|Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes]], Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung, Band III S. 184-186// 
  
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