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sagen:tss2335

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 ====== Vorwerks-Henns, auch Chal-Hans genannt ====== ====== Vorwerks-Henns, auch Chal-Hans genannt ======
  
-((Das Leben dieses berühmtesten aller Wundermänner unsrer Gegenden hat der Dichter Ludwig Storch in einer romantischen Novelle: Fórberts - Henns, trefflich geschildert und nur im Namen des Mannes sich aus Gründen eine Aenderung erlaubt. Viele der hier angeführten Volkssagen aus der Ruhl und ihrer Umgebung find auch jener Novelle eingewebt, doch schrieb sie der Herausgeber nicht aus Storchs beliebtem Buche ab, sondern er schöpfte mit ihm aus einer Quelle, der Ortskunde und der mündlichen freundlichen Ueberlieferung. Nur was hier kurz von Vorwerks (nach der Ruhler Sprache Vorwärts=) Hennsen erzählt wird, ist Auszug, von der Freundschaft des Verfassers bewilligt wie gebilligt.)) Dieser Mann, dessen Vater ein armer Fenstermacher in dem Dörfchen [[geo:thalruhla|Thal]] war, hieß eigentlich Johannes Hornschuh. Er streifte schon als Jüngling gern durch Busch und Haide, kroch oft in der Ruine des Scharfenbergs umher und verkehrte viel mit den Hirten der benachbarten Ortschaften. Viel geheime Wissenschaft lernte er von dem Hirten Hans Heß; die Kräfte der Blumen und Kräuter, die Eigenschaften der Metalle und Steine. Er heirathete nach dem Tode seiner Eltern, und es ging ihm anfangs kümmerlich, obgleich er fleißig war, die Profession seines Vaters forttrieb und auch das bei schreinerte. Einst war er bei dem Wintersteiner Hirten gewesen, zur Zeit des [[zeit:joahnnistag|Johannistages]], wo vornehmlich die Erde den Schooß ihrer Wunder öffnet, wo das schwellende Leben des Lenzes den höchsten Punkt erreicht hat, [[zeit:sommersonnenwende|Sommersonnenwendezeit]]. Henns hatte viele Kräuter gesammelt und kehrte über die wilden Bergforste heim.+((Das Leben dieses berühmtesten aller Wundermänner unsrer Gegenden hat der Dichter Ludwig Storch in einer romantischen Novelle: Fórberts - Henns, trefflich geschildert und nur im Namen des Mannes sich aus Gründen eine Aenderung erlaubt. Viele der hier angeführten Volkssagen aus der [[geo:ruhla|Ruhl]] und ihrer Umgebung find auch jener Novelle eingewebt, doch schrieb sie der Herausgeber nicht aus Storchs beliebtem Buche ab, sondern er schöpfte mit ihm aus einer Quelle, der Ortskunde und der mündlichen freundlichen Ueberlieferung. Nur was hier kurz von Vorwerks (nach der Ruhler Sprache Vorwärts=) Hennsen erzählt wird, ist Auszug, von der Freundschaft des Verfassers bewilligt wie gebilligt.)) Dieser Mann, dessen Vater ein armer Fenstermacher in dem Dörfchen [[geo:thalruhla|Thal]] war, hieß eigentlich Johannes Hornschuh. Er streifte schon als Jüngling gern durch Busch und Haide, kroch oft in der Ruine des Scharfenbergs umher und verkehrte viel mit den Hirten der benachbarten Ortschaften. Viel geheime Wissenschaft lernte er von dem Hirten Hans Heß; die Kräfte der Blumen und Kräuter, die Eigenschaften der Metalle und Steine. Er heirathete nach dem Tode seiner Eltern, und es ging ihm anfangs kümmerlich, obgleich er fleißig war, die Profession seines Vaters forttrieb und auch das bei schreinerte. Einst war er bei dem Wintersteiner Hirten gewesen, zur Zeit des [[zeit:johannistag|Johannistages]], wo vornehmlich die Erde den Schooß ihrer Wunder öffnet, wo das schwellende Leben des Lenzes den höchsten Punkt erreicht hat, [[zeit:sommersonnenwende|Sommersonnenwendezeit]]. Henns hatte viele Kräuter gesammelt und kehrte über die wilden Bergforste heim.
  
 Er hatte weit zu gehen, und es war schon Nacht, als er an dem Meißenstein stand, einer mächtig hohen, schroffen, senkrecht abstürzenden Felswand, in die nach der Sage des Volks ein Schloß verzaubert sein soll. Auf höchst gefährlicher Bahn kam Henns gänzlich vom Weg ab, es wurde stockfinster, er wußte nicht mehr, wo er war, und entschloß sich kurz, in der Wildniß des Gebirgs zu übernachten. Er war in einem engen wasserreichen Thal, und suchte sich am Fuß des Berges eine trockene Stelle. Von dieser Nacht hat Henns später selbst mancherlei erzählt, von [[wesen:erdgeist|Erd-]] und [[wesen:wassergeist|Wassergeistern]], und wie sich mit ihm im Traumwachen viel Wunderliches ereignet. Unter andern träumte ihn, der Wintersteiner Hirt habe im Walde ein [[ding:Zauberbuch]] gefunden, und als er nach mehrern Tagen wieder bei diesem einsprach, fand er ihn am Meissenstein, wirklich in einem Buche lesend. Er hatte weit zu gehen, und es war schon Nacht, als er an dem Meißenstein stand, einer mächtig hohen, schroffen, senkrecht abstürzenden Felswand, in die nach der Sage des Volks ein Schloß verzaubert sein soll. Auf höchst gefährlicher Bahn kam Henns gänzlich vom Weg ab, es wurde stockfinster, er wußte nicht mehr, wo er war, und entschloß sich kurz, in der Wildniß des Gebirgs zu übernachten. Er war in einem engen wasserreichen Thal, und suchte sich am Fuß des Berges eine trockene Stelle. Von dieser Nacht hat Henns später selbst mancherlei erzählt, von [[wesen:erdgeist|Erd-]] und [[wesen:wassergeist|Wassergeistern]], und wie sich mit ihm im Traumwachen viel Wunderliches ereignet. Unter andern träumte ihn, der Wintersteiner Hirt habe im Walde ein [[ding:Zauberbuch]] gefunden, und als er nach mehrern Tagen wieder bei diesem einsprach, fand er ihn am Meissenstein, wirklich in einem Buche lesend.
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