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sagen:tss2321

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 ====== Ludwig der Eiserne wird hart geschmiedet ====== ====== Ludwig der Eiserne wird hart geschmiedet ======
  
-Es war Landgraf [[vip:ludwigderspringer|Ludwig des Springers]] Sohn in seiner Jugend gütig und demüthig gegen Edle und Unedle, und sanft und verträglich, aber darum fürchteten ihn seine Mannen nicht, und er gewann unter ihnen viel muthwillige Leute, die seine Bürger drückten und das Land schädigten. Deßhalb hielten ihn seine Edelleute für einen Thoren, und seine Bürger und Bauern fluchten ihm und gedachten seiner übel, darum, daß sie wegen seiner Geduld verarmten und verdarben. Die Edeln sahen und wußten das wohl, verschwiegen es aber dem Fürsten um ihres Genusses willen, und die Armen konnten nicht an ihn gelangen wegen jenen. Viele sprachen, es wäre schade, daß er ein Herr des Landes geworden, denn er taugte nicht dazu, aber nichts desto weniger waren die armen Leute, Bürger und Bauern, in steten Aengsten und Betrübnissen wegen großer Ungebühr, böser Gewalt, harten Diensten, ungerechtem Gericht, bösen Anschlägen, Räubereien von den Feinden und Bedrängnissen von den Freunden.+Es war Landgraf [[vip:ludwigderspringer|Ludwig des Springers]] Sohn((Anmerkung Sagenwiki: Die Sage macht hier aus Ludwig dem I. und seinem Sohn Ludwig dem II. (der Eiserne) eine Person, was natürlich historisch falsch ist. Ludwig der I. war der erste Landgraf von Thüringen aus der Familie der Ludowinger. Sein Sohn war derjenige, der der Sage nach in Ruhla hart geschmiedet wurde und somit den Beinamen "der Eiserne" bekam.))  in seiner Jugend gütig und demüthig gegen Edle und Unedle, und sanft und verträglich, aber darum fürchteten ihn seine Mannen nicht, und er gewann unter ihnen viel muthwillige Leute, die seine Bürger drückten und das Land schädigten. Deßhalb hielten ihn seine Edelleute für einen Thoren, und seine Bürger und Bauern fluchten ihm und gedachten seiner übel, darum, daß sie wegen seiner Geduld verarmten und verdarben. Die Edeln sahen und wußten das wohl, verschwiegen es aber dem Fürsten um ihres Genusses willen, und die Armen konnten nicht an ihn gelangen wegen jenen. Viele sprachen, es wäre schade, daß er ein Herr des Landes geworden, denn er taugte nicht dazu, aber nichts desto weniger waren die armen Leute, Bürger und Bauern, in steten Aengsten und Betrübnissen wegen großer Ungebühr, böser Gewalt, harten Diensten, ungerechtem Gericht, bösen Anschlägen, Räubereien von den Feinden und Bedrängnissen von den Freunden.
  
 Nun geschah es, daß der [[vip:ludwigithueringen|Landgraf]] zu einer Zeit jagte, wie er oft zur Kurzweil that, und von den Seinen abkam, da schon die Nacht hereinbrach. als er lange den Forst durchirrt, leichtete ihm das Feuer einer Waldschmiede in der [[geo:ruhla|Ruhl]] hell entgegen. Da trat er hin zu dem Schmied in grauen Kleidern und mit seinem Jägerhorn und bat Herberge. Laut fragte ihn der Schmied, wer er wäre, und er sprach: Ich bin der Jägerknechte des Landgrafen Ludwig einer. So antwortete ihm der Schmied: Pfui, pfui des Kunzenherrn, wer seinen Namen nennt, sollte allweg den Mund danach wischen, und schalt übel auf ihn fortwährend, sprach dann: Ich will dich gern herbergen, aber nicht um seinetwillen; zieh Dein Pferd in den Schoppen, da findest Du Gras, und behilf Dich diese Nacht, denn hier ist kein Bettgewand vorhanden. Darauf that der Landgraf, wie ihm geheißen war, und der Schmied in der Ruhl pflegte in der Nacht großer und harter Arbeit, brannte und hitzte das Eisen, und schlug dann mit dem großen Hammer darauf, daß die Funken stoben, und fluchte und schalt dabei auf den Landgrafen also: Nun geschah es, daß der [[vip:ludwigithueringen|Landgraf]] zu einer Zeit jagte, wie er oft zur Kurzweil that, und von den Seinen abkam, da schon die Nacht hereinbrach. als er lange den Forst durchirrt, leichtete ihm das Feuer einer Waldschmiede in der [[geo:ruhla|Ruhl]] hell entgegen. Da trat er hin zu dem Schmied in grauen Kleidern und mit seinem Jägerhorn und bat Herberge. Laut fragte ihn der Schmied, wer er wäre, und er sprach: Ich bin der Jägerknechte des Landgrafen Ludwig einer. So antwortete ihm der Schmied: Pfui, pfui des Kunzenherrn, wer seinen Namen nennt, sollte allweg den Mund danach wischen, und schalt übel auf ihn fortwährend, sprach dann: Ich will dich gern herbergen, aber nicht um seinetwillen; zieh Dein Pferd in den Schoppen, da findest Du Gras, und behilf Dich diese Nacht, denn hier ist kein Bettgewand vorhanden. Darauf that der Landgraf, wie ihm geheißen war, und der Schmied in der Ruhl pflegte in der Nacht großer und harter Arbeit, brannte und hitzte das Eisen, und schlug dann mit dem großen Hammer darauf, daß die Funken stoben, und fluchte und schalt dabei auf den Landgrafen also:
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-{{tag>sagen bechstein tss thüringen ruhla ludwigithueringen schmiede schmied schimpfen schleifmühle v2}}+{{tag>sagen bechstein tss thüringen ruhla ludwigiithueringen schmiede schmied schimpfen schleifmühle herberge weisheit v2}}
sagen/tss2321.1721298058.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)