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sagen:tss1131

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 ====== Von einem vorwitzigen Rath ====== ====== Von einem vorwitzigen Rath ======
  
-Zu Eisenach saß ein Mann, Albrecht Knut, der war des Landgrafen Albrecht vertrauter Rath gewesen und war gar gewaltig im Lande, also, das was er mit seinenFreunden haben wollte, das mußte geschehen, so daß unter dem gemeinen Volk im Lande das Sprüchtwort entstand: Landgrafe untrute, das Land ist der Knute. Dieser hatte sich, als Landgraf Albrecht genöthigt wurde, seinen Wohnsitz in Erfurt aufzuschlagen, der Parthei des sieghaften Friedrichs zugewandt sammt seinen Freunden und Verwandten und half diesem mit seinem Rath und seinen Listen gegen den König und alle andere Feinde. Nun meinte er aber in dem Lande also mächtig zu sein, daß er die Amtleute nach eigenem Willen bestellen könne, unterwand sich auch dieser Eigenmächtigkeit, wollte auch auf eigene Faust Burgen erbauen. Als nun der Landgraf selbst nach Eisenach kam, Vögte über Thüringen zu bestellen, ward er des Knute Willkühr inne, wollte die Macht selbst behalten und redete bei dem Rath mit etwas harten Worten dawider. Da hub dieser Albrecht Knut mit freventlichen Worten an: Wisset Herr, sowohl ich Euch dazu verholfen habe, daß Ihr ein Herr worden seid in Eurem Land, sowohl finde ich vielleicht auch einen Weg, daß Ihr wieder davon kommt, wenn ich kann. Darauf antwortete ihm der Landgraf: Ei Knut, das will ich Euch wohl wehren, wenn ich kann. Ließ ihn gleich greifen und den Kopf abschlagen.+Zu [[geo:Eisenach]] saß ein Mann, Albrecht Knut, der war des [[vip:albrechtderentartete|Landgrafen Albrecht]] vertrauter Rath gewesen und war gar gewaltig im Lande, also, das was er mit seinen Freunden haben wollte, das mußte geschehen, so daß unter dem gemeinen Volk im Lande das Sprüchtwort entstand: Landgrafe untrute, das Land ist der Knute. Dieser hatte sich, als Landgraf Albrecht genöthigt wurde, seinen Wohnsitz in [[geo:Erfurt]] aufzuschlagen, der Parthei des sieghaften [[vip:friedrichderfreidige|Friedrichs]] zugewandt sammt seinen Freunden und Verwandten und half diesem mit seinem Rath und seinen Listen gegen den König und alle andere Feinde. Nun meinte er aber in dem Lande also mächtig zu sein, daß er die Amtleute nach eigenem Willen bestellen könne, unterwand sich auch dieser Eigenmächtigkeit, wollte auch auf eigene Faust Burgen erbauen. Als nun der Landgraf selbst nach Eisenach kam, Vögte über [[land:Thüringen]] zu bestellen, ward er des Knute Willkühr inne, wollte die Macht selbst behalten und redete bei dem Rath mit etwas harten Worten dawider. Da hub dieser Albrecht Knut mit freventlichen Worten an: Wisset Herr, sowohl ich Euch dazu verholfen habe, daß Ihr ein Herr worden seid in Eurem Land, sowohl finde ich vielleicht auch einen Weg, daß Ihr wieder davon kommt, wenn ich kann. Darauf antwortete ihm der Landgraf: Ei Knut, das will ich Euch wohl wehren, wenn ich kann. Ließ ihn gleich greifen und den Kopf abschlagen.
  
-Zu dieser Zeit kam einmal ein großes Ungewitter über Eisenach und der Blitz schlug in die Wartburg, verbrannte den mittlern Thurm und vom Mußhaus brannte das Dach und die obern Zimmer mit köstlichen Geräthen bis auf den Estrich; vernichtete viele schöne Gemälde, wunderköstliche Wappen der Fürsten und Städte, die zur Verzierung auf das Getäfel der Wände gemalt waren. Das Blei des Daches schmolz und das spätere Gebäude wurde mit Ziegeln gedeckt. Wartburg war gar eine fürstliche Wohnung und lag mitten in dem Lande, da Thüringen und Hessen nur eine Herrschaft waren, nun ist das Schloß an des Landes Ende gekom und sein edler Berg ist den Fürsten zu hoch geworden.+Zu dieser Zeit kam einmal ein großes Ungewitter über Eisenach und der Blitz schlug in die [[burg:Wartburg]], verbrannte den mittlern Thurm und vom Mußhaus brannte das Dach und die obern Zimmer mit köstlichen Geräthen bis auf den Estrich; vernichtete viele schöne Gemälde, wunderköstliche Wappen der Fürsten und Städte, die zur Verzierung auf das Getäfel der Wände gemalt waren. Das Blei des Daches schmolz und das spätere Gebäude wurde mit Ziegeln gedeckt. Wartburg war gar eine fürstliche Wohnung und lag mitten in dem Lande, da Thüringen und [[land:Hessen]] nur eine Herrschaft waren, nun ist das Schloß an des Landes Ende gekom und sein edler Berg ist den Fürsten zu hoch geworden.
  
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