sagen:tss1123
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| Bevor der Krieg um die Erbfolge zwischen den feindlichen Partheien lichterloh entbrannte, hatte Frau Sophia mit dem Markgrafen Heinrich zu Eisenach einen Tag um gütlichen Vergleichs willen. Die, welche der Herzogin zustunden, erkannten für Recht und sprachen, daß der Tocher Sohn, das Kind von Brabant, ein näheres Erbrecht habe, wie der Schwester Sohn, der Markgraf. So reichte der Markgraf Frau Sophien die Hand und sprach: Gern, allerliebste Base, meine getreue Hand soll Dir und Deinem Sohne unbeschlossen sein, bis ein Kaiser gewählt ist, der über diese Sachen entscheidet. Doch wie er also redete, traten der Marschall Helwig von Schlotheim und andere hinzu, zogen ihn zurück und der Marschall sprach: Herr, was wollt Ihr verheißen? Wär' es möglich, daß Ihr mit einem Fuß im Himmel stündet und mit dem andern auf der Wartburg, so solltet Ihr viel eher den aus dem Himmel ziehen und zu dem auf Wartburg setzen. Darauf wandte sich der Fürst wieder zu seiner Base und sprach: Liebe Base, ich muß mich in diesen Dingen bedenken und den Rath meiner Getreuen hören, und schied von ihr, ohne ihrem Recht zu willfahren. Beschwur auch auf eine Ribbe der heil. Elisabeth sein Recht auf Thüringen und zwanzig Eideshelfer schwuren mit ihm. Da wurde die Herzogin äußerst betrübt, hub an, bitterlich zu weinen, zog den Handschuh, den schon die Hand des Markgrafen berührt hatte, von der Hand und rief: O Du, der aller Gerechtigkeit Feind ist, ich meine Dich, Teufel! nimm diesen Handschuh zusammt den falschen Rathgebern – und warf ihn in die Luft, und siehe, der Handschuh ward hinweggeführt, | Bevor der Krieg um die Erbfolge zwischen den feindlichen Partheien lichterloh entbrannte, hatte Frau Sophia mit dem Markgrafen Heinrich zu Eisenach einen Tag um gütlichen Vergleichs willen. Die, welche der Herzogin zustunden, erkannten für Recht und sprachen, daß der Tocher Sohn, das Kind von Brabant, ein näheres Erbrecht habe, wie der Schwester Sohn, der Markgraf. So reichte der Markgraf Frau Sophien die Hand und sprach: Gern, allerliebste Base, meine getreue Hand soll Dir und Deinem Sohne unbeschlossen sein, bis ein Kaiser gewählt ist, der über diese Sachen entscheidet. Doch wie er also redete, traten der Marschall Helwig von Schlotheim und andere hinzu, zogen ihn zurück und der Marschall sprach: Herr, was wollt Ihr verheißen? Wär' es möglich, daß Ihr mit einem Fuß im Himmel stündet und mit dem andern auf der Wartburg, so solltet Ihr viel eher den aus dem Himmel ziehen und zu dem auf Wartburg setzen. Darauf wandte sich der Fürst wieder zu seiner Base und sprach: Liebe Base, ich muß mich in diesen Dingen bedenken und den Rath meiner Getreuen hören, und schied von ihr, ohne ihrem Recht zu willfahren. Beschwur auch auf eine Ribbe der heil. Elisabeth sein Recht auf Thüringen und zwanzig Eideshelfer schwuren mit ihm. Da wurde die Herzogin äußerst betrübt, hub an, bitterlich zu weinen, zog den Handschuh, den schon die Hand des Markgrafen berührt hatte, von der Hand und rief: O Du, der aller Gerechtigkeit Feind ist, ich meine Dich, Teufel! nimm diesen Handschuh zusammt den falschen Rathgebern – und warf ihn in die Luft, und siehe, der Handschuh ward hinweggeführt, | ||
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