sagen:tsb223
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| + | ====== Klosterstätte Querfurth ====== | ||
| + | Gar nicht weit von Berga und nahe bei dem Dorfe Pöltzschen hat vor Zeiten ein Nonnenkloster gestanden, dessen Namen Querfurth war, und das mit einem Walle umgeben gewesen sein soll. Man zeigt noch die Stätte, wo die Kirche stand, etwas abseit den Klostergebäuden, | ||
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| + | Im Kloster Querfurt lag ein Schatz, der brannte nächtlicher Weile lichterloh. Alte Einwohner zu Pöltzschen erzählten vom Hörensagen ihrer Eltern und Großeltern: | ||
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| + | Zu anderer Zeit kam nach Pöltzschen ein Jesuit, sprach bei einem Bauer ein, sagte diesem, daß er in der Absicht da sei, den Klosterschatz zu heben, er möge ihm, gegen gute Belohnung, helfen. Um Mitternacht gingen beide, der Jesuit und der Bauer, auf die verrufene Stätte. Der Jesuit zog einen Kreis und hub an zu beten, da hob sich mählig aus dem Boden eine Braupfanne voll Goldes, oben darauf aber lag ein großer schwarzer Hund mit feuriger Zunge. Der Bauer zitterte und bebte, und der Jesuit zitterte auch und betete fort, und wurde irre, und da that es auf ein Mal einen Schlag, als würde eine Kanone dicht vor ihren Ohren losgeschossen, | ||
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| + | Von Berga fuhr einst ein Tabakshändler aus Erfurt, der im Wirthshause zu Culmitzsch seine Niederlage hatte, des Nachts mit einem Schiebekarren über den Steinberg hinaus. Als er auf den Wachtelberg kam, traf ihn, es war in der zwölften Stunde, ein graues Männchen an, und fragte ihn, wohin er wolle? Er solle mit ihm gehen sprach das Männchen zum Bauer, und zugleich sah dieser, daß in der alten Klostertrümmer ein Licht brannte. Nicht ohne Furcht folgte er dem gespenstigen Führer, der ihn geradezu in das Kloster hineinleitete; | ||
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| + | Ein Dienstjunge in Pöltzschen ging eine Zeit lang jeden Morgen stillschweigend in das Kloster, da fand er jedes Mal einen Groschen, diese gefundenen Groschen sammelte er zu Hause und gab sie nicht aus. Einstmals fragte ihn sein Dienstherr, der des Schatzes ansichtig wurde, woher er die vielen Groschen habe? So sagte der Junge: Drüben in den Klostermauern ist ein alt hölzern Schränkchen, | ||
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sagen/tsb223.1718261539.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
