sagen:tsb139
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| + | ====== Erscheinende Jungfrauen ====== | ||
| + | Auch in und um Brotterode ist die so weit verbreitete Jungfrauensage heimisch. Ueber dem Orte soll das Schloß eines Grafen Bruno oder Brunwart gestanden haben, daher der Ort früher Brunwartsrode nach diesem ersten Herrn und Gebieter genannt worden sei. Alle sieben Jahre zeigte sich diese Jungfrau, von einem Hündlein begleitet, und sprach leise vor sich hin: | ||
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| + | Ein Knäblein, ein Knäblein\\ | ||
| + | Von sieben Jahren,\\ | ||
| + | Mit weißen Haaren,\\ | ||
| + | Kann von dem bösen\\ | ||
| + | Bann mich erlösen.\\ | ||
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| + | Manche sagen, die Gräfin, die in der Burg gelebt, sei eine stolze und herrische Schönheit gewesen, die nichts lieber gehabt, als ihr schönes langes Haar, daher sie sich auch eigens eine Dienerin darauf gehalten, ihr das Haar zu strählen. Es konnte dabei nicht fehlen, daß die Herrin, die sehr ungeduldiger Natur war, mit solchen Dienerinnen oft wechselte, da es ihr keine zu Dank machte, und es sehr schwer war, das schöne lange Haar in Ordnung zu halten, und beim strählen so zu verfahren, daß es die Besitzerin nicht zu Zeiten was weniges rupfte. Da kam auch einmal eine solche Strählersche, | ||
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| + | In einem Keller zu Brotterode, und zwar in dem des alten Gemeindewirthshauses, | ||
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| + | Von Geistern und Schätzen gehen in Brotterode viele Sagen, die einander meist sehr ähneln. Auch Hirtensagen sind in diesen waldigen Gebirgshöhen und Thälern heimisch von vielerlei Spuk. Nahe beim Orte liegt ein Berg, heißt der „Ave Maria,“ darauf hat ein Kapellchen gestanden, in dem zum Ave geläutet wurde. Ein wunderlicher Felsen in der Nähe heißt „die Kirche,“ und ein anderer Fels daneben die Kanzel. Auf dieser läßt sich ein gespenstiger Schulmeister sehen, mit einem Gesichte wie Spinneweben und Spucke. Selbiger hält Volksreden trotz einem Schulmeister im Jahre des Heils 1848, daß den Leuten hören und sehen vergeht und alles davon läuft. | ||
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| + | Auf dem Wege von Broterode nach Tabarz kommt man an einer Felsreihe vorbei, die heißt „die ungeheure Mauer,“ nicht von ungeheurer Größe, sondern von der gespenstigen Ungeheuerlichkeit, | ||
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sagen/tsb139.1718205690.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
