sagen:tsb019
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| + | ====== Der Mönch in Ketten, und die nächtliche Wehklage ====== | ||
| + | An der Stelle der heutigen Frohnfeste zu Hildburghausen stand früher ein Zeughaus. Dort erschien allnächtlich ein Mönch mit langwallendem Barte und in aschgrauer Kutte. Er keuchte langsam des Weges daher, schwer beladen mit einer Last von Ketten und seufzete unaussprechlich. So büßte er ein sündenvolles Leben, und mußte also wandern, bis er jemand fand, der ihm die Ketten abnahm. Dieses muß ohne Zweifel geschehen sein, da sich dieser Spuk in unsern Zeiten nicht mehr hören noch sehen läßt. In einer Nacht rief der Wächter zu Hildburghausen die Mitternacht-Stunde ab, und schritt die Gasse hinauf, die beim Rathhause auf die Marktgasse führt. Da hörte der Mann hinter sich her ein klägliches Wimmern und schneidende Klagetöne und einen schlurfenden Schritt, und als das kein Ende nahm, blieb er an der Ecke stehen, und leuchtete die Gestalt an. Er erblickte mit Grauen ein uraltes, völlig in sich zusammengebücktes und gedrücktes Weiblein in graue Lacken gehüllt und mit einem spinnewebfarbigen Gesicht, das barmte noch einmal auf das herzbrechendste, | ||
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| + | Solches Gespenst der Wehklage kennt man auch in andern Städten Thüringens, | ||
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sagen/tsb019.1718204954.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
