sagen:temmepommern157
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| + | ====== Die Räuber im Gollenberge ====== | ||
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| + | Das hörte die Magd des Wirthshauses mit an, die eine muntere, beherzte Dirne war, und weil sie sehr arm war, so kam ihr die Lust an, daß sie das Geld verdienen möge. Sie sagte das dem Fremden, der hatte nichts dagegen, und obgleich alle Andern ihr abredeten, und ihr vorstellten, | ||
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| + | In dem Augenblicke aber, als sie das that, hörte sie nahe bei sich ein lautes Horn, das furchtbare Horn der Räuber, das die Einwohner von Cöslin nur zu oft in manchen Nächten, wenn das Gesindel in die Nähe der Stadt gezogen kam, gehört hatten. Da vergingen der armen Dirne fast die Sinne, und sie sah keine Rettung, wie sie in der dunklen Nacht und mit ihren, vom Schrecken gelähmten Gliedern werde entfliehen könne. Auf einmal erblickte sie aber neben sich ein Roß, das an einen Baum gebunden war. Es war hoch und weiß von Gestalt, und hatte einen silbernen Zaum. Auf das eilet sie zu und löset es von dem Baume und schwingt sich hinauf. Und nun jagte sie vom Berge hinunter, was das Pferd nur laufen konnte. Allein die Räuber hatten sie schon gewahrt, das Horn hatte sie alle beisammen gerufen, und auf einmal hörte sie, wie ein großer Haufe auf schnellen Rossen, die alle silberne Schellen trugen hinter ihr herjagte und immer näher an sie herankam. Da trieb sie ihr Roß stärker an, und jagte blind zu, den Berg hinunter. Und als die Noth am größten war, und die Nächsten hinter ihr schon dicht an ihr waren, da hatte sie gerade das Stadtthor erreicht, und sie war gerettet. Aber die Räuber hatten sie in so großer Verblendung und Wuth verfolgt, daß sie nicht einmal gewahrten, wie sie sich in der Stadt befänden. Das ward ihr Untergang; denn die muthigen Cösliner schlossen nun geschwind das Thor hinter ihnen zu, und fingen sie Alle. Am anderen Tage zogen darauf die Bürger auf den Gollenberg und zerstörten das Raubnest gänzlich. Sie fanden dort viele Gebeine von Erschlagenen, | ||
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