sagen:temmepommern118
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| - | Vor der Stadt Greifswald stand ehedem eine Capelle, so der heiligen Gertrud geweihet war. Einstmals war das Fest der Heiligen gefeiert, und es waren von den Gläubigen viele und reiche Gaben eingekommen. Diese lagen noch auf dem Hochaltar ausgebreitet, | + | Vor der Stadt [[geo:Greifswald]] stand ehedem eine Capelle, so der heiligen Gertrud geweihet war. Einstmals war das Fest der Heiligen gefeiert, und es waren von den Gläubigen viele und reiche Gaben eingekommen. Diese lagen noch auf dem Hochaltar ausgebreitet, |
| Aber schon in der nächsten Nacht wurde er plötzlich krank, und legte sich hin, und war in drei Tagen todt. Er wurde begraben draußen auf dem Gertruden- Kirchhof, dicht bei der Capelle. | Aber schon in der nächsten Nacht wurde er plötzlich krank, und legte sich hin, und war in drei Tagen todt. Er wurde begraben draußen auf dem Gertruden- Kirchhof, dicht bei der Capelle. | ||
| - | Wie nun die nächste Mitternacht gekommen war, da erschien auf einmal der Teufel auf dem Kirchhofe. Der klopfte an das Grab des Priesters, und rief ihm zu: Stehe auf, du Pfaff, und mache doch mit mir den Wettlauf! Da hatte der Todte keine Ruhe mehr im Sarge, und er mußte aufstehen. Und als er aus dem Grabe hervorstieg, | + | Wie nun die nächste Mitternacht gekommen war, da erschien auf einmal der [[wesen:Teufel]] auf dem Kirchhofe. Der klopfte an das Grab des Priesters, und rief ihm zu: Stehe auf, du Pfaff, und mache doch mit mir den Wettlauf! Da hatte der Todte keine Ruhe mehr im Sarge, und er mußte aufstehen. Und als er aus dem Grabe hervorstieg, |
| Der Müller auf der benachbarten Windmühle hatte das angesehen. Er machte am anderen Tage dem Rath die Anzeige, und wie man nun hinging, so fand man die Spuren, wie der Unglückliche in die Thür der Capelle und in die Mauer des Kirchhofs hineingegriffen hatte; die Finger waren in dem harten Gestein und Holze deutlich abgedrückt. Auch die Fußstapfen des Teufels sah man tief in die Erde getreten, und wie das Gras ringsumher versengt war. Alle diese Spuren sind geblieben, und die Stellen, wohin der Teufel getreten, sind niemals wieder mit Gras bewachsen, bis nachher die ganze Kapelle mit dem Kirchhofe verschüttet ist. | Der Müller auf der benachbarten Windmühle hatte das angesehen. Er machte am anderen Tage dem Rath die Anzeige, und wie man nun hinging, so fand man die Spuren, wie der Unglückliche in die Thür der Capelle und in die Mauer des Kirchhofs hineingegriffen hatte; die Finger waren in dem harten Gestein und Holze deutlich abgedrückt. Auch die Fußstapfen des Teufels sah man tief in die Erde getreten, und wie das Gras ringsumher versengt war. Alle diese Spuren sind geblieben, und die Stellen, wohin der Teufel getreten, sind niemals wieder mit Gras bewachsen, bis nachher die ganze Kapelle mit dem Kirchhofe verschüttet ist. | ||
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