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sagen:temmepommern111

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     Gastrow Lebensbeschreibung, Th. I. S. 71-74.     Gastrow Lebensbeschreibung, Th. I. S. 71-74.
  
-Im Jahre 1528 lebte zu Stralsund eine Magd, so vom bösen Geiste besessen war. Sie war bisher immer eine stille und ordentliche Person gewesen; auf einmal aber, da sie eines Tages in der Küchen Kessel und Grapen von der Wand nehmen wollte, selbige zu scheuern, warf sie die herab auf die Erde, sah sehr gräulich, und rief mit lauter Stimme: Ich will heraus! Man vermerkte darauf die Gelegenheit, daß sie vom Teufel besessen wäre. Ihre Mutter nahm sie derohalben zu sich, und sie wurde etliche Male auf einem Schlitten in die St. Nicolauskirche geführt, den bösen Geist von ihr auszutreiben. Wann die Predigt beendigt war, ward er beschworen. Da befand es sich denn aus seiner Bekenntniß, daß die Mutter der Magd einmal auf dem Markte einen frischen sauren Käse gekauft, den sie in den Schrank gesetzt hatte. Die Magd war in Abwesenheit ihrer Mutter an den Schrank gekommen, und hatte von dem Käse ein gut Theil gegessen. Als nun nachher die Mutter das gesehen, hat sie demjenigen, der bei dem Käse gewesen, den bösen Geist in den Leib geflucht. Von Stund’ an hat dieser in der Magd hausgehalten.+Im Jahre 1528 lebte zu [[geo:Stralsund]] eine Magd, so vom bösen Geiste besessen war. Sie war bisher immer eine stille und ordentliche Person gewesen; auf einmal aber, da sie eines Tages in der Küchen Kessel und Grapen von der Wand nehmen wollte, selbige zu scheuern, warf sie die herab auf die Erde, sah sehr gräulich, und rief mit lauter Stimme: Ich will heraus! Man vermerkte darauf die Gelegenheit, daß sie vom [[wesen:Teufel]] besessen wäre. Ihre Mutter nahm sie derohalben zu sich, und sie wurde etliche Male auf einem Schlitten in die St. Nicolauskirche geführt, den bösen Geist von ihr auszutreiben. Wann die Predigt beendigt war, ward er beschworen. Da befand es sich denn aus seiner Bekenntniß, daß die Mutter der Magd einmal auf dem Markte einen frischen sauren Käse gekauft, den sie in den Schrank gesetzt hatte. Die Magd war in Abwesenheit ihrer Mutter an den Schrank gekommen, und hatte von dem Käse ein gut Theil gegessen. Als nun nachher die Mutter das gesehen, hat sie demjenigen, der bei dem Käse gewesen, den bösen Geist in den Leib geflucht. Von Stund’ an hat dieser in der Magd hausgehalten.
  
 Nun war es sonderbar, daß die Magd seither zum heiligen Abendmahl gegangen war. Als man den Teufel hierüber befragte, hat er zur Antwort gegeben: Es liege wohl manchmal ein Schalk unter der Brücke und lasse einen frommen Mann über sich hingehen; während die Magd das Abendmahl genossen, habe er ihr unter der Zungen gesessen. Nun war es sonderbar, daß die Magd seither zum heiligen Abendmahl gegangen war. Als man den Teufel hierüber befragte, hat er zur Antwort gegeben: Es liege wohl manchmal ein Schalk unter der Brücke und lasse einen frommen Mann über sich hingehen; während die Magd das Abendmahl genossen, habe er ihr unter der Zungen gesessen.
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sagen/temmepommern111.1743587045.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch