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sagen:temmepommern100

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 Ein solcher Artushof ist auch vor Zeiten in der Stadt [[geo:Stralsund]] gewesen. Er hat nahe am alten Markte gestanden, hinter der jetzigen Hauptwache. Es versammelten sich darin der Magistrat und die Compagnien der Stadt zu ihren alljährlichen Amtsschmausereien. In dem großen Brande, der die Stadt betraf, ist er zu Grunde gegangen, und es ist nachher ein Arresthaus an dessen Stelle gebauet. Ein solcher Artushof ist auch vor Zeiten in der Stadt [[geo:Stralsund]] gewesen. Er hat nahe am alten Markte gestanden, hinter der jetzigen Hauptwache. Es versammelten sich darin der Magistrat und die Compagnien der Stadt zu ihren alljährlichen Amtsschmausereien. In dem großen Brande, der die Stadt betraf, ist er zu Grunde gegangen, und es ist nachher ein Arresthaus an dessen Stelle gebauet.
  
-Dieser Artushof ist auf folgende Weise entstanden: In den früheren Zeiten waren die Fürsten von Rügen zugleich Schutzherrn der Stadt Stralsund. Der letzte Fürst in Rügen war Witzlav der vierte. Dieser hatte so viel Streitigkeiten mit der Stadt, daß er sie nicht anders als ein Geschwür in seinem Lande zu nennen pflegte. Er lag fortwährend mit ihr im Streit wegen ihrer alten Privilegien, die sie, wie er behauptete, nicht rechtmäßig von seinen Vorfahren sollte erhalten haben. Um sie endlich einmal ganz zu bezwingen, rief er im Jahre 1316 einen großen Haufen von Bundesgenossen gegen sie zu Hülfe. Dieß waren Erich der Fünfte, König von Dänemark, Herzog Woldemar von Schleswig, Graf Adolph von Schaumburg, Herzog Albrecht von Braunschweig, Heinrich der Löwe von Mecklenburg, Pribislaus Herr der Wenden, Graf Gunzelin von Wittenberg, Graf Günther von Ruppin, die Grafen Gerhard und Johann von Holstein, der Graf Heinrich von Schwerin, und der Herzog Erich von Niedersachsen. Alle diese Herren zogen mit zahlreichen Mannschaften gegen die Stadt Stralsund, und belagerten sie zu Wasser und zu Lande. Die Stralsunder hatten keinen anderen Bundesgenossen, als den Herrn Stoislav von Puttbus. Allein sie wehrten und hielten sich so tapfer, daß die Belagerer nichts gegen sie ausrichten konnten, und zuletzt, nachdem die Stralsunder ihnen auch ihre Schiffe verbrannt hatten, unverrichteter Sache und mit großem Verluste abziehen mußten.+Dieser Artushof ist auf folgende Weise entstanden: In den früheren Zeiten waren die Fürsten von Rügen zugleich Schutzherrn der Stadt Stralsund. Der letzte Fürst in Rügen war Witzlav der vierte. Dieser hatte so viel Streitigkeiten mit der Stadt, daß er sie nicht anders als ein Geschwür in seinem Lande zu nennen pflegte. Er lag fortwährend mit ihr im Streit wegen ihrer alten Privilegien, die sie, wie er behauptete, nicht rechtmäßig von seinen Vorfahren sollte erhalten haben. Um sie endlich einmal ganz zu bezwingen, rief er im Jahre 1316 einen großen Haufen von Bundesgenossen gegen sie zu Hülfe. Dieß waren Erich der Fünfte, König von Dänemark, Herzog Woldemar von Schleswig, Graf Adolph von Schaumburg, Herzog Albrecht von Braunschweig, Heinrich der Löwe von Mecklenburg, Pribislaus Herr der Wenden, Graf Gunzelin von Wittenberg, Graf Günther von Ruppin, die Grafen Gerhard und Johann von Holstein, der Graf Heinrich von Schwerin, und der Herzog Erich von Niedersachsen. Alle diese Herren zogen mit zahlreichen Mannschaften gegen die Stadt Stralsund, und belagerten sie zu Wasser und zu Lande. Die Stralsunder hatten keinen anderen Bundesgenossen, als den Herrn Stoislav von [[geo:putbus|Puttbus]]. Allein sie wehrten und hielten sich so tapfer, daß die Belagerer nichts gegen sie ausrichten konnten, und zuletzt, nachdem die Stralsunder ihnen auch ihre Schiffe verbrannt hatten, unverrichteter Sache und mit großem Verluste abziehen mußten.
  
 Während dieser Belagerung nun machten die Stralsunder einmal am Tage St. Antoni, welches war der erste März, einen Ausfall nach dem vor der Stadt belegenen Hainholze hin. In diesem Holze lag mit seinen Leuten der Herzog Erich von Sachsen, ein gar kecker Herr, der den Stralsundern zum Possen allerlei Muthwillen zu treiben pflegte, und sich besonders durch eine schwere goldene Kette auszeichnete, welche so lang war, daß er sie dreimal um seinen Leib winden konnte. Denselben Herzog Erich bekamen die Stralsunder bei diesem Ausfall gefangen, und weil er sie so arg verhöhnt hatte, so banden sie ihn zur Schmach an seine eigene goldene Kette, und führten ihn so in die Stadt hinein. Allda hielten sie ihn drei Jahre lang gefangen, bis er sich mit 16,000 Mark feinen Silbers ranzionirte. Während dieser Belagerung nun machten die Stralsunder einmal am Tage St. Antoni, welches war der erste März, einen Ausfall nach dem vor der Stadt belegenen Hainholze hin. In diesem Holze lag mit seinen Leuten der Herzog Erich von Sachsen, ein gar kecker Herr, der den Stralsundern zum Possen allerlei Muthwillen zu treiben pflegte, und sich besonders durch eine schwere goldene Kette auszeichnete, welche so lang war, daß er sie dreimal um seinen Leib winden konnte. Denselben Herzog Erich bekamen die Stralsunder bei diesem Ausfall gefangen, und weil er sie so arg verhöhnt hatte, so banden sie ihn zur Schmach an seine eigene goldene Kette, und führten ihn so in die Stadt hinein. Allda hielten sie ihn drei Jahre lang gefangen, bis er sich mit 16,000 Mark feinen Silbers ranzionirte.
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sagen/temmepommern100.1747317014.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch