sagen:temmepommern047
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| Kantzow, Pomerania, II. S. 223-239. | Kantzow, Pomerania, II. S. 223-239. | ||
| - | Als Herzog Bogislav zu einer Zeit allenthalben im Lande Frieden hatte, nahm er sich vor, daß er Jerusalem und das heilige Grab sehen wollte. Sein Gemahl wehrte dasselbe zwar mit allem Fleiß, und bat ihn herzlich, daß er sie und seine kleinen Kinder nicht wolle verlassen. Auch seine Räthe und ganze Landschaft riethen ihm davon ab, und baten ihn sonderlich, so er denn ja des Sinnes wäre, in das heilige Land zu ziehen, so möge er noch warten, bis daß seine jungen Herrlein etwas erwachsen seien. Aber das half Alles nichts: er hatte einmal das Gemüthe, daß er die Reise unternehmen mußte. Da sie denn nun das gesehen, daß er sich nicht wollte bereden lassen, ließen sie es geschehen, und bewilligten ihm auch eine stattliche Hülfe, indem sowohl die Geistlichkeit, | + | Als [[vip: |
| - | Darauf zog nun der Herzog Bogislav im Jahre 1496 auf den Tag Luciä von Stettin aus, durch die Mark über Nürnberg nach Venedig, wo er sich bis Pfingsten des anderen Jahres aufhielt, und dann zu Schiffe nach dem heiligen Lande absegelte. | + | Darauf zog nun der Herzog Bogislav im Jahre 1496 auf den Tag Luciä von [[geo:Stettin]] aus, durch die Mark über [[geo:Nürnberg]] nach [[geo:Venedig]], wo er sich bis Pfingsten des anderen Jahres aufhielt, und dann zu Schiffe nach dem heiligen Lande absegelte. |
| - | Auf dem Meere begegnete ihm und den Seinen ein seltsames Abenteuer. Eines Tages nämlich sahen sie von ferne, daß unter des Türken Lande wohl an neun Schiffe sich erhoben, darunter zwei gar große, zwei Galeeren und fünf kleinere, darin zusammen wohl bei zweitausend Türken waren. Dieselben setzten am Freitage nach Petri und Pauli gerade auf des Herzogs Schiff an, und fragte den Patron, was für Leute im Schiffe wären. Denen antwortete der Patron, die Galeere seie von Venedig und fahre Pilgrimme, die nach dem heiligen Lande wollten, zeigte ihnen auch seinen Brief und bat sie, ihn sicher ziehen zu lassen. Das waren die Türken aber nicht Willens, denn sie waren keine rechte Kriegsleute, | + | Auf dem Meere begegnete ihm und den Seinen ein seltsames Abenteuer. Eines Tages nämlich sahen sie von ferne, daß unter des [[volk:Türken]] Lande wohl an neun Schiffe sich erhoben, darunter zwei gar große, zwei Galeeren und fünf kleinere, darin zusammen wohl bei zweitausend Türken waren. Dieselben setzten am Freitage nach Petri und Pauli gerade auf des Herzogs Schiff an, und fragte den Patron, was für Leute im Schiffe wären. Denen antwortete der Patron, die Galeere seie von Venedig und fahre Pilgrimme, die nach dem heiligen Lande wollten, zeigte ihnen auch seinen Brief und bat sie, ihn sicher ziehen zu lassen. Das waren die Türken aber nicht Willens, denn sie waren keine rechte Kriegsleute, |
| Als das Herzog Bogislav und die Seinen sahen, griffen sie zur Wehre, und es schrie Einer den Andern an, daß sie sich nicht ergeben sollten. Weil sie aber gar keine andere Waffen hatten denn Schwerter und Spieße, so nahmen sie ihre Matratzen und Koller und banden sie gegen das feindliche Geschütz um den Kopf, die Töpfe und Kessel gebrauchten sie als Pickelhauben, | Als das Herzog Bogislav und die Seinen sahen, griffen sie zur Wehre, und es schrie Einer den Andern an, daß sie sich nicht ergeben sollten. Weil sie aber gar keine andere Waffen hatten denn Schwerter und Spieße, so nahmen sie ihre Matratzen und Koller und banden sie gegen das feindliche Geschütz um den Kopf, die Töpfe und Kessel gebrauchten sie als Pickelhauben, | ||
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