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sagen:temmepommern036

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 Die Verehrung dieses Götzen geschah auf folgende Weise: Weil er vorzüglich als der Gott des Sieges und der Fruchtbarkeit angesehen wurde, so versammelte sich das gesammte Volk alljährlich nach der Ernte vor dem Tempel zum Opfern und zum Opferschmause. Der Oberpriester, der gegen die Sitte des Landes Haar und Bart ungeschoren trug, hatte am Tage vorher das innere Heiligthum des Tempels, welches er allein betreten durfte, mit Besen gereinigt. Dabei mußte er sich aber alles Athmens enthalten, und jedesmal, wenn er Athem holen mußte, vor die Thüre laufen, damit der Gott durch menschlichen Hauch nicht befleckt werde. Wenn nun an dem Tage des Festes das Volk versammelt war, dann besah er zuerst das Horn des Gottes, und weissagte aus dessen Inhalte; war nämlich dasselbe noch voll von dem, im vorigen Jahre hineingegossenen Meth, so bedeutete dieß ein bevorstehendes fruchtbares Jahr; fehlte hingegen etwas an dem Meth, so bedeutete das [[lex:theuerung|Theurung]] und Hungersnoth. Nachdem dieß geschehen war, sprengte er den Inhalt des Horns als Opfer vor die Füße des Gottes, füllte es dann mit frischem Meth und flehete zu dem Gotte um Segen für das Land und um Sieg gegen die Feinde. Darauf leerte er dasselbe ohne abzusetzen, füllte es sodann wieder, und stellte es zurück an die Seite des Götzen. Die Verehrung dieses Götzen geschah auf folgende Weise: Weil er vorzüglich als der Gott des Sieges und der Fruchtbarkeit angesehen wurde, so versammelte sich das gesammte Volk alljährlich nach der Ernte vor dem Tempel zum Opfern und zum Opferschmause. Der Oberpriester, der gegen die Sitte des Landes Haar und Bart ungeschoren trug, hatte am Tage vorher das innere Heiligthum des Tempels, welches er allein betreten durfte, mit Besen gereinigt. Dabei mußte er sich aber alles Athmens enthalten, und jedesmal, wenn er Athem holen mußte, vor die Thüre laufen, damit der Gott durch menschlichen Hauch nicht befleckt werde. Wenn nun an dem Tage des Festes das Volk versammelt war, dann besah er zuerst das Horn des Gottes, und weissagte aus dessen Inhalte; war nämlich dasselbe noch voll von dem, im vorigen Jahre hineingegossenen Meth, so bedeutete dieß ein bevorstehendes fruchtbares Jahr; fehlte hingegen etwas an dem Meth, so bedeutete das [[lex:theuerung|Theurung]] und Hungersnoth. Nachdem dieß geschehen war, sprengte er den Inhalt des Horns als Opfer vor die Füße des Gottes, füllte es dann mit frischem Meth und flehete zu dem Gotte um Segen für das Land und um Sieg gegen die Feinde. Darauf leerte er dasselbe ohne abzusetzen, füllte es sodann wieder, und stellte es zurück an die Seite des Götzen.
  
-Hierauf nahm er einen Opferkuchen, der rund und so groß war, daß er fast die Größe eines Mannes erreichte; den stellte er zwischen sich und das Volk und fragte das letztere, ob man ihn auch sehen könne. Wenn dieß verneint [59] wurde, so bedeutete das Glück, und er wünschte nun, daß man ihn auch im künftigen Jahre nicht möge sehen können. Nachdem er alsdann die Versammelten noch zu einer standhaften Verehrung des Gottes ermahnt hatte, grüßte er sie, und es ging darauf Alles aus einander zu fröhlichen Gelagen und Schmausereien, mit denen der Tag beschlossen wurde.+Hierauf nahm er einen Opferkuchen, der rund und so groß war, daß er fast die Größe eines Mannes erreichte; den stellte er zwischen sich und das Volk und fragte das letztere, ob man ihn auch sehen könne. Wenn dieß verneint wurde, so bedeutete das Glück, und er wünschte nun, daß man ihn auch im künftigen Jahre nicht möge sehen können. Nachdem er alsdann die Versammelten noch zu einer standhaften Verehrung des Gottes ermahnt hatte, grüßte er sie, und es ging darauf Alles aus einander zu fröhlichen Gelagen und Schmausereien, mit denen der Tag beschlossen wurde.
  
 Zur Unterhaltung des Dienstes und der Priester des Gottes mußte jeder Mann und jedes Weib im Lande alljährlich ein Geldstück opfern; auch bekam der Gott bei einem jeden Siege den dritten Theil der Beute, indem angenommen wurde, daß er unmittelbar mit in dem Treffen gewesen wäre, und den Sieg hätte erfechten helfen. Weiter hatte er dreihundert Pferde zum alleinigen Eigenthum, also daß Alles, was durch dieselben verdient, oder alle Beute, welche durch dieselben gemacht wurde, ihm zufiel. Auf solche Weise war der Tempel des Gottes mit vielen Reichthümern angefüllt, zu denen die vielen Geschenke hinzukamen, die ihm von allen Seiten gemacht wurden. Selbst fremde Könige bezeugten ihm durch fromme Gaben ihre Ehrfurcht; so hatte ihm Swein, König Haralds Sohn, einen kostbaren Becher geweihet. Zur Unterhaltung des Dienstes und der Priester des Gottes mußte jeder Mann und jedes Weib im Lande alljährlich ein Geldstück opfern; auch bekam der Gott bei einem jeden Siege den dritten Theil der Beute, indem angenommen wurde, daß er unmittelbar mit in dem Treffen gewesen wäre, und den Sieg hätte erfechten helfen. Weiter hatte er dreihundert Pferde zum alleinigen Eigenthum, also daß Alles, was durch dieselben verdient, oder alle Beute, welche durch dieselben gemacht wurde, ihm zufiel. Auf solche Weise war der Tempel des Gottes mit vielen Reichthümern angefüllt, zu denen die vielen Geschenke hinzukamen, die ihm von allen Seiten gemacht wurden. Selbst fremde Könige bezeugten ihm durch fromme Gaben ihre Ehrfurcht; so hatte ihm Swein, König Haralds Sohn, einen kostbaren Becher geweihet.
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sagen/temmepommern036.1755014562.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch