sagen:temmepommern028
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| - | Die heidnischen Pommern, absonderlich die zu Julin und [[geo: | + | Die heidnischen Pommern, absonderlich die zu [[geo:Julin]] und [[geo: |
| In der Nähe des Gotts Triglaf ward ein Pferd gehalten, welches heilig war und zukünftige Dinge voraus sagte. Es wurde wohl gefüttert, und es durfte Keiner darauf reiten, also daß es das ganze Jahr müßig stand. Ein Priester war bestellt, der nichts weiter zu thun hatte, als seiner zu warten und es zu pflegen. Das Wahrsagen dieses Pferdes geschah aber in folgender Weise: Wenn man bedacht war, auf irgend einen Zug auszugehen, so wurden lange Stangen in der Queere auf die Erde gelegt. Durch dieselben führte der Priester das Pferd am Zügel, dreimal. Blieben nun die Stangen liegen, ohne vom Pferde angestoßen zu werden, so bedeutete das Glück, berührte es sie mit dem rechten Fuße, so war der Ausgang zweifelhaft, | In der Nähe des Gotts Triglaf ward ein Pferd gehalten, welches heilig war und zukünftige Dinge voraus sagte. Es wurde wohl gefüttert, und es durfte Keiner darauf reiten, also daß es das ganze Jahr müßig stand. Ein Priester war bestellt, der nichts weiter zu thun hatte, als seiner zu warten und es zu pflegen. Das Wahrsagen dieses Pferdes geschah aber in folgender Weise: Wenn man bedacht war, auf irgend einen Zug auszugehen, so wurden lange Stangen in der Queere auf die Erde gelegt. Durch dieselben führte der Priester das Pferd am Zügel, dreimal. Blieben nun die Stangen liegen, ohne vom Pferde angestoßen zu werden, so bedeutete das Glück, berührte es sie mit dem rechten Fuße, so war der Ausgang zweifelhaft, | ||
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| Dieses Pferd in Stettin war groß, schwarz und feist. [[vip: | Dieses Pferd in Stettin war groß, schwarz und feist. [[vip: | ||
| - | Den Julinschen Götzen Triglaf dagegen konnte er nicht bekommen. Denn als er die Tempel in Julin niederbrach, | + | Den Julinschen Götzen Triglaf dagegen konnte er nicht bekommen. Denn als er die Tempel in Julin niederbrach, |
| Für gewiß weiß man nicht, wo der Götze von da zuletzt geblieben ist. Verwunderlich ist es aber, daß die Kirche zu Triglaf von undenklichen Zeiten her ein bedeutendes Vermögen hat, und reicher ist, als irgend eine andere Kirche auf dem Lande. Die Leute sagen daher auch, daß das Götzenbild endlich noch aufgefunden und eingeschmolzen sey, und daß davon der Reichthum der Kirche herrühre. | Für gewiß weiß man nicht, wo der Götze von da zuletzt geblieben ist. Verwunderlich ist es aber, daß die Kirche zu Triglaf von undenklichen Zeiten her ein bedeutendes Vermögen hat, und reicher ist, als irgend eine andere Kirche auf dem Lande. Die Leute sagen daher auch, daß das Götzenbild endlich noch aufgefunden und eingeschmolzen sey, und daß davon der Reichthum der Kirche herrühre. | ||
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