sagen:temmepommern016
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| Joh. Bugenhagii Pomerania, p. 83. | Joh. Bugenhagii Pomerania, p. 83. | ||
| - | Zu der Zeit, als noch ganz Pommern in der Finsterniß des Heidenthums lag, jammerte dieses einen frommen Mann, Namens Bernhardus, einen Spanier von Geburt, der in Rom zum Bischof gewählt war, aber das Bisthum nicht annehmen wollte, da er hörte, daß von dem Capitel desselbigen Stiftes schon ein Aderer war erwählet worden, mit dem er hätte streiten müssen. Er gedachte, daß er lieber etwas zur Ausbreitung der Ehren Gottes beitragen wolle, und er beschloß deshalben, nach dem Pommerlande zu ziehen, dessen Einwohner noch Unchristen waren, um sie zum christlichen Glauben zu bekehren. Er begab sich zuerst zu dem Herzoge Bolislaff von Polen, der zu damaliger Zeit einen großen Theil von Pommern inne hatte, und erbot sich, daß er hinziehen wollte, den Pommern zu predigen. Das hörte der Herzog Bolislaff gern, und er gab ihm Dolmetscher mit in das Land. Dieses war im Jahre 1122. | + | Zu der Zeit, als noch ganz [[region:Pommern]] in der Finsterniß des Heidenthums lag, jammerte dieses einen frommen Mann, Namens Bernhardus, einen Spanier von Geburt, der in [[geo:Rom]] zum Bischof gewählt war, aber das Bisthum nicht annehmen wollte, da er hörte, daß von dem Capitel desselbigen Stiftes schon ein Aderer war erwählet worden, mit dem er hätte streiten müssen. Er gedachte, daß er lieber etwas zur Ausbreitung der Ehren Gottes beitragen wolle, und er beschloß deshalben, nach dem Pommerlande zu ziehen, dessen Einwohner noch Unchristen waren, um sie zum christlichen Glauben zu bekehren. Er begab sich zuerst zu dem Herzoge Bolislaff von Polen, der zu damaliger Zeit einen großen Theil von Pommern inne hatte, und erbot sich, daß er hinziehen wollte, den Pommern zu predigen. Das hörte der [[vip: |
| - | Darauf zog Bernhardus mit den Dolmetschern nach Julin, da dieses die vornehmste der Städte war. Allda hob er an zu predigen, und die Dollmetscher legten es den Leuten aus. | + | Darauf zog Bernhardus mit den Dolmetschern nach [[geo:Julin]], da dieses die vornehmste der Städte war. Allda hob er an zu predigen, und die Dollmetscher legten es den Leuten aus. |
| Aber dieser Bernhardus ging, seiner vermeinten Heiligkeit halber, armselig einher, barfuß und übel bekleidet, und aß nur trockene und wenige Speisen, und trank nur Wasser. Als er daher mit solchem verhungerten Gesichte und armseligen Wesen gen Julin die reiche Stadt kommt, da wollte das Volk nicht auf seine Reden hören, und man frägt ihn, von wannen er komme, und wer ihn gesandt habe. Darauf gibt er durch den Dolmetscher die Antwort: Er sei ein Diener des einzigen wahren Gottes, des Schöpfers des Himmels und der Erden, von dem alle Macht und aller Reichthum komme. Da dünkt es den Julinern sehr ungereimt, daß ein so großer reicher Herr, dessen er sich rühmet, einen so unansehnlichen, | Aber dieser Bernhardus ging, seiner vermeinten Heiligkeit halber, armselig einher, barfuß und übel bekleidet, und aß nur trockene und wenige Speisen, und trank nur Wasser. Als er daher mit solchem verhungerten Gesichte und armseligen Wesen gen Julin die reiche Stadt kommt, da wollte das Volk nicht auf seine Reden hören, und man frägt ihn, von wannen er komme, und wer ihn gesandt habe. Darauf gibt er durch den Dolmetscher die Antwort: Er sei ein Diener des einzigen wahren Gottes, des Schöpfers des Himmels und der Erden, von dem alle Macht und aller Reichthum komme. Da dünkt es den Julinern sehr ungereimt, daß ein so großer reicher Herr, dessen er sich rühmet, einen so unansehnlichen, | ||
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| Da entbrannte der fromme Mann in großem Eifer, und er nahm eine Axt und hieb in ein Götzenbild, | Da entbrannte der fromme Mann in großem Eifer, und er nahm eine Axt und hieb in ein Götzenbild, | ||
| - | Da sah Bernhardus ein, daß er mit seiner Armuth nichts ausrichten könne; er ging zurück zum Herzog Bolislaff, dem berichtete er die Sache, und zog darauf nach Bamberg, wo Sanct Otto Bischof war; allda begab er sich in das Kloster zu Sanct Michael, und berichtete dem heiligen Otto, wie es ihm zu Pommern ergangen wäre, und sagte, so Einer den Pommern predigen wolle, der müsse nicht arm kommen, sondern mit Reichthum. Das hat sich der heilige Bischof Otto wohl gemerkt, als er hernach auszog, die Pommern zu bekehren. | + | Da sah Bernhardus ein, daß er mit seiner Armuth nichts ausrichten könne; er ging zurück zum Herzog Bolislaff, dem berichtete er die Sache, und zog darauf nach [[geo:Bamberg]], wo [[vip: |
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