sagen:temmealtmarkiv-014
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| + | ====== Der Warner vor der Schlacht, und die Magdeburger Taufe ====== | ||
| + | Alte Magdeb. Chronik (nicht paginirt). | ||
| + | Beckmann histor. Beschr. von Brandenburg. Th. 4. S. 974. | ||
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| + | Im Jahre 1550 hatten die Magdeburger einen schweren Krieg mit dem Herzog Georg von Mecklenburg; | ||
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| + | Der Tag Mauritii aber war für die Magdeburger ein Unglückstag, | ||
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| + | Ob nun wohl sich Etliche über die Person und die Rede dieses Mannes verwundert, so haben doch ihrer sehr Viele seiner gespottet und die Warnung höhnisch verachtet. Das ist ihnen aber zu ihrem großen Unglück geworden. | ||
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| + | Die Magdeburger rückten nämlich weiter, und früh um sieben Uhr trafen sie auf den Feind. Sie griffen diesen sogleich an, aber schon nach einer halben Stunde waren sie so auf das Haupt geschlagen, daß sie 1200 Todte und 300 Gefangene verloren hatten, und daß 11 Stück Feldgeschütz und 11 Bürgerfähnlein in die Hände der Feinde gefallen waren. Absonderlich war keiner von den Spöttern des alten Warners unerschlagen oder ungefangen geblieben. | ||
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| + | Dabei trug sich auch noch folgender verwunderliche Umstand zu, der den Meisten das Leben kostete. Die Magdeburger hatten nämlich, als sie dem Feinde entgegen gingen, das Flüßlein, die Ohre genannt, passiren müssen, welches zu damaliger Zeit gerade sehr tief gewesen. Sie hatten daher eine seichte Stelle gesucht, durch welche sie ohne große Beschwerde über den Fluß gelangten, und dieselbe, um sie bei ihrer Rückkehr desto sicherer wieder finden zu können, mit einem Merkmale bezeichnet. Wie sie aber nun von dem Feinde geschlagen und zu einer eiligen Flucht gezwungen worden, da war unterdeß, ohne daß sie etwas davon wußten, das Zeichen von der Furth weggenommen und an eine Stelle gesteckt, wo die Ohre gerade am allertiefsten war. Die Magdeburger glaubten, das sei ihre Furth, sie stürzten in ihrer großen Angst sich in die Tiefe hinein, und fanden einen gar jämmerlichen Tod im Wasser. Auf welche Weise das Zeichen von seiner alten Stelle fortgekommen war, hat man niemals erfahren können. Die Stelle, wo solches passiret, heißt zum Wahrzeichen bis auf den heutigen Tag die Magdeburger Taufe. | ||
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| + | Wie es nun also leider geschehen, daß die Weissagung des alten Mannes eingetroffen, | ||
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