sagen:sybilski
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| - | ====== Sybilski ====== | ||
| - | Der alte, brave königl. polnische und kurfürstliche sächs. General [[vip: | ||
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| - | So ließ er z. B., ehe er jenen Streich zwischen Lommatzsch und Zehren ausführte, am Tage vorher sein Regiment zu drei Mann über einen auf der Erde ausgebreiteten schwarzen Mantel marschiren und rief ihnen zu: „Bursche, wenn ihr in’s Gefecht kommt, vergeßt nur meinen Namen nicht, es bleibt kein Mann, der Feind verlieret einen Großen!“ Er griff daher am 13. Decbr. 1745 die feindliche Nachhut an, eroberte drei Fahnen, zwei Paar silberne Paucken, und soll – mirabile dictu! keinen Mann verloren haben. – Preußischer Seits fiel der General v. Röhl. | ||
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| - | Vor der Schlacht bei Kollin am 18. Juni 1757 soll er allemal bei’m neunten Mann jedes Gliedes einige unverständliche Worte gemurmelt und seinen Leuten den Sieg versprochen haben. Der glückliche Zufall bewahrheitete es, denn dieß brave Regiment erbeutete neun Fahnen. Da er noch als junger Offizier in [[land: | ||
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| - | Sybilski, der es gehört, nahte sich und raunte ihm in’s Ohr: „Geld ist’s wenigste, vertraue mir, Kamerad! Uebermorgen Nachmittags um drei Uhr stell dich vor’m Thore bei der großen Fichte ein, wir brechen auf und sind noch vor dem Beginn der Redoute in Dresden!“ Verblüfft sah ihn der Balllustige an, wollte sprechen; allein Sybilski gebot ihm Stillschweigen und entfernte sich. Zur bestimmten Zeit und Orte erschien der Krieger und fand bald Sybilski, der in seinem rothen Mantel gehüllt, angeschritten kam, er schlang selbigen um ihn, befahl ihm, weder rück- noch vorwärts zu blicken, und nun ging’s fort durch die Luft, als flögen sie davon. | ||
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| - | Abends Schlag fünf Uhr befanden sie sich in Dresden, hatten noch Zeit genug sich zu sammeln und einen Maskenanzug zu wählen, worauf sie mit jugendlichem Frohsinn der Redoute beiwohnten, am andern Morgen um neun Uhr Dresden verließen und auf dem Mantelfuhrwerke Mittags um eilf Uhr auf dem Paradeplatze in [[geo: | ||
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| - | In [[geo: | ||
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| - | Während des Gesprächs waren sie auch wirklich schon in Gefahr gekommen, indem sie aus Unachtsamkeit des Herrn sich nicht hoch genug gehalten, daher der Wagen an die Thurmspitze der [[geo: | ||
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| - | Kam einst der verrufene Pumphut, welcher ihm seine Künste anprieß (und nachher sein treuer Achates wurde), zu ihm. Sybilski warf schwarze Haferkörner in den Kacheltopf, welche sich sofort in Fußvolk verwandelten, | ||
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| - | Wäre doch diese Kunst nicht verloren gegangen, so würden mehr Kriege geführt und nicht so viel Klagen über Rekrutenaushebungen laut werden! | ||
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| - | Einst soll er auch dem Pachter auf dem Ostravorwerke bei Dresden die Schaafe in [[typ: | ||
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| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 88–94, Erscheinungsdatum: | ||
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sagen/sybilski.1579893779.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
