sagen:sdel009
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| Einem alten Manuscripte der Abtei Steinfeld mit Abänderungen nach erzählt. | Einem alten Manuscripte der Abtei Steinfeld mit Abänderungen nach erzählt. | ||
| - | Zur Zeit, als [[vip: | + | Zur Zeit, als [[vip: |
| Der Graf, welcher an einem heiligen Tage ein Kindlein taufen sah und erwog, wie sehr dasselbe gesegnet ward, sprach zu seinem Hofmeister: „Ob auch ich gesegnet worden mag sein, als man zur Taufe mich trug?“, „Freilich, | Der Graf, welcher an einem heiligen Tage ein Kindlein taufen sah und erwog, wie sehr dasselbe gesegnet ward, sprach zu seinem Hofmeister: „Ob auch ich gesegnet worden mag sein, als man zur Taufe mich trug?“, „Freilich, | ||
| - | Von nun an hörte der Graf auf sich zu segnen; das wurde der [[typ: | + | Von nun an hörte der Graf auf sich zu segnen; das wurde der Teufel alsbald gewahr. Dieser dachte bei sich, einem solchen Herrn dient' ich gern; zum Diener er mich haben soll. D'rum kam er gleich zum jungen Graf und bot sich ihm zum Diener an, indem er sprach: „Ich heiße Bonschariant, |
| Bonschariant, | Bonschariant, | ||
| - | Drum hielt er heimlich Rath bei sich und ersann einen [[typ:list|listigen Fund]]. „Mein lieber Knecht,“ sprach er, „ich habe Dich oft probirt und bewähret gefunden, Du wirst mir Eins auch nicht versagen. Dieser Wald ist fern von unserm Schloß, hiehin so fern und weit zu jagen und ohne Obdach und Er quickung sein, das macht nur Verdruß. Ein Haus wollen wir hier erbauen; es soll ein Jagdschloß sein, darin wir spielen und trinken den köstlichen Rebensaft.“ Das gefiel Bonschariant gar sehr, daß man da spielen und saufen sollte, und er sprach: „Wohl gut! ich helfe dazu, daß wir mögen sein lustig und froh.“ Bonschariant fängt an das Werk, macht das Fundament gar stark, trägt Kalk und Steine herbei und verrichtet Alles allein. Schon stehen die Mauern fest und hoch, und schier ist der Bau vollendet. | + | Drum hielt er heimlich Rath bei sich und ersann einen listigen Fund. „Mein lieber Knecht,“ sprach er, „ich habe Dich oft probirt und bewähret gefunden, Du wirst mir Eins auch nicht versagen. Dieser Wald ist fern von unserm Schloß, hiehin so fern und weit zu jagen und ohne Obdach und Er quickung sein, das macht nur Verdruß. Ein Haus wollen wir hier erbauen; es soll ein Jagdschloß sein, darin wir spielen und trinken den köstlichen Rebensaft.“ Das gefiel Bonschariant gar sehr, daß man da spielen und saufen sollte, und er sprach: „Wohl gut! ich helfe dazu, daß wir mögen sein lustig und froh.“ Bonschariant fängt an das Werk, macht das Fundament gar stark, trägt Kalk und Steine herbei und verrichtet Alles allein. Schon stehen die Mauern fest und hoch, und schier ist der Bau vollendet. |
| Wie nun dieß der Graf Sibido vernahm, | Wie nun dieß der Graf Sibido vernahm, | ||
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| Mag sein die Historie wohl wahr.“\\ | Mag sein die Historie wohl wahr.“\\ | ||
| - | //Quelle: J.H.Schmitz, | + | // |
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sagen/sdel009.1683025191.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
