sagen:sbssur188
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| - | In der Nähe der schönen Wasserfälle, | + | In der Nähe der schönen Wasserfälle, |
| - | Zwei Burschen aus Waitzdorf, beide reich, hübsch und munter, warben um ein Mädchen, das beiden gleich gewogen war. Ihr Charakter mochte durch die Erzählungen ihres Vaters, eines alten preußischen | + | Zwei Burschen aus Waitzdorf, beide reich, hübsch und munter, warben um ein Mädchen, das beiden gleich gewogen war. Ihr Charakter mochte durch die Erzählungen ihres Vaters, eines alten preußischen Husaren, einen etwas überspannten Anstrich bekommen haben, denn sie erklärte nach langem Zögern auf dem [[zeit: |
| - | Sie benachrichtigten das Mädchen davon und verlangten von ihr, sie solle beim Kampfe gegenwärtig sein und den Vorgang verschweigen. Das törichte Mädchen, dessen Eigenliebe sich geschmeichelt fühlte, glaubte, der Zweikampf werde nur ein Faustkampf sein, stellte sich zur bestimmten Zeit ein und findet die Burschen schon an Ort und Stelle, sonderbar zum [[typ: | + | Sie benachrichtigten das Mädchen davon und verlangten von ihr, sie solle beim Kampfe gegenwärtig sein und den Vorgang verschweigen. Das törichte Mädchen, dessen Eigenliebe sich geschmeichelt fühlte, glaubte, der Zweikampf werde nur ein Faustkampf sein, stellte sich zur bestimmten Zeit ein und findet die Burschen schon an Ort und Stelle, sonderbar zum Zweikampf geschmückt. Beide in leinene Jäckchen mit roten Bändern gekleidet, einen Strohhut auf dem Kopfe, an dem die Bänder flattern, die das Mädchen ihnen geschenkt hat, stehen sie mit neuen Sensen vor ihr und fragen sie, ob sie auch jetzt noch nicht einen von ihnen vorziehe. Verblendet beharrt sie auf ihrem Willen. Die Burschen reichen sich und ihr nun treuherzig die Hand, sagen sich Lebewohl und beginnen den Kampf. Beide bluten, das Mädchen schreit, bittet einzuhalten, |
| - | Ohne auf das Mädchen zu achten, stürzt sich der Sieger auf seinen Freund, jammert und klagt, aber die [[typ:Klage]] weckt ihn nicht wieder auf. Da reicht die neben ihm Kniende dem Sieger die Hand; doch der stößt sie zurück, wirft sich noch einmal auf den toten Busenfreund, | + | Ohne auf das Mädchen zu achten, stürzt sich der Sieger auf seinen Freund, jammert und klagt, aber die Klage weckt ihn nicht wieder auf. Da reicht die neben ihm Kniende dem Sieger die Hand; doch der stößt sie zurück, wirft sich noch einmal auf den toten Busenfreund, |
| - | In dem einjährigen, | + | In dem einjährigen, |
| //Anm.: Es ist nur eine Sense an dem Felsen eingehauen; an einer anderen benachbarten Steinwand findet sich dagegen die Zahl 1699 und kein Kreuz, wohl aber ein Zeichen, dem man sonst mehrfach auf Steinkreuzen begegnet. Des Ereignisses gedenkt bereits 1713 der Hohnsteiner Pfarrer Mag. M. Weiße in den «Memorabilien bey dem Berg-Schlosse Hohnstein». Dort heißt es: «Auf dem halben Wege des Grundes ist eine Sense im Felsen eingehauen, womit ein Meder (Mäher) den andern allhier soll umgebracht haben.» Danach könnte die Sense auch an einen Zweikampf von in Streit geratenen Mähern erinnern, die auf den Feldern des Hohn-steiner Vorwerkes Frondienste verrichtet hatten bzw. verrichten wollten. Der Kampf um das Mädchen wäre dann eine spätere Zugabe.// | //Anm.: Es ist nur eine Sense an dem Felsen eingehauen; an einer anderen benachbarten Steinwand findet sich dagegen die Zahl 1699 und kein Kreuz, wohl aber ein Zeichen, dem man sonst mehrfach auf Steinkreuzen begegnet. Des Ereignisses gedenkt bereits 1713 der Hohnsteiner Pfarrer Mag. M. Weiße in den «Memorabilien bey dem Berg-Schlosse Hohnstein». Dort heißt es: «Auf dem halben Wege des Grundes ist eine Sense im Felsen eingehauen, womit ein Meder (Mäher) den andern allhier soll umgebracht haben.» Danach könnte die Sense auch an einen Zweikampf von in Streit geratenen Mähern erinnern, die auf den Feldern des Hohn-steiner Vorwerkes Frondienste verrichtet hatten bzw. verrichten wollten. Der Kampf um das Mädchen wäre dann eine spätere Zugabe.// | ||
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