sagen:sbssur138
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| ====== Ein Geizhalz schläft sieben Jahre im Valtenberge ====== | ====== Ein Geizhalz schläft sieben Jahre im Valtenberge ====== | ||
| - | Es war einmal ein geiziger Filz, der schleppte am Silvester Klotzer mit seinem Pferde auf dem Valtenberge. Plötzlich hörte er ein Razen und Sägen, und als er nach der Höhe sah, woher der Lärm kam, erblickte er eine weitgeöffnete Pforte. Schnell band er das Pferd an den nächsten Baum, und dann lief er in den hellerleuchteten Gold-Keller, | + | Cl. König im «Neuen Lausitz. Magazin», 1886, S. 70; |
| + | M. I, Nr. 63; II, Nr. 904. | ||
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| + | Es war einmal ein geiziger Filz, der schleppte am [[zeit:Silvester]] Klotzer mit seinem Pferde auf dem [[region: | ||
| Endlich erraffte er sich; er füllte seine Taschen und dann ging er zurück, um den Ausgang zu suchen. An seiner Statt kam aber immer eine neue Grotte. Endlich schimmerte in der Ferne der Tag; aber in demselben Augenblicke erschreckte ihn ein lauter Krach; er fiel zu Boden, und die Lichter verlöschten. Er tappte herum, er rief, er weinte, er gelobte, ein guter Mensch zu werden; er legte die eingesteckten Kostbarkeiten behutsam neben sich; aber der Berg hatte kein Erbarmen. Er behielt den Gefangenen und schenkte ihm endlich Ruhe und Schlaf. Als der Bauer erwachte, da war's ihm, als höre er fernes Geläute. Andächtig lauschte sein Ohr; sein Herz erhob sich in inbrünstigem Gebete und seine Augen - konnte er es glauben - sahen den hellen Tag. Er lief hinzu, er stand wieder im bekannten Walde, aber Pferde und Stämme waren verschwunden. | Endlich erraffte er sich; er füllte seine Taschen und dann ging er zurück, um den Ausgang zu suchen. An seiner Statt kam aber immer eine neue Grotte. Endlich schimmerte in der Ferne der Tag; aber in demselben Augenblicke erschreckte ihn ein lauter Krach; er fiel zu Boden, und die Lichter verlöschten. Er tappte herum, er rief, er weinte, er gelobte, ein guter Mensch zu werden; er legte die eingesteckten Kostbarkeiten behutsam neben sich; aber der Berg hatte kein Erbarmen. Er behielt den Gefangenen und schenkte ihm endlich Ruhe und Schlaf. Als der Bauer erwachte, da war's ihm, als höre er fernes Geläute. Andächtig lauschte sein Ohr; sein Herz erhob sich in inbrünstigem Gebete und seine Augen - konnte er es glauben - sahen den hellen Tag. Er lief hinzu, er stand wieder im bekannten Walde, aber Pferde und Stämme waren verschwunden. | ||
| - | Als er in das Dorf kam, gingen die Leute aus der Kirche heim; es war Ostern. Er hatte gerade sieben Jahre drei Monate geschlafen. So manches hatte sich während dieser Zeit verändert; sein Weib war gestorben, und sein Sohn führte die Wirtschaft. Er lebte noch viele Jahre und hat seine Leidensgeschichte viele Male erzählt, dieselbe aber immer mit der Mahnung geschlossen: | + | Als er in das Dorf kam, gingen die Leute aus der Kirche heim; es war [[zeit:Ostern]]. Er hatte gerade sieben Jahre drei Monate geschlafen. So manches hatte sich während dieser Zeit verändert; sein Weib war gestorben, und sein Sohn führte die Wirtschaft. Er lebte noch viele Jahre und hat seine Leidensgeschichte viele Male erzählt, dieselbe aber immer mit der Mahnung geschlossen: |
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