sagen:sbssur127
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sbssur127 [2023/07/20 16:08] – ewusch | sagen:sbssur127 [2025/01/30 17:58] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 7: | Zeile 7: | ||
| Max Zistel, Großsedlitz, | Max Zistel, Großsedlitz, | ||
| - | Am Dohnaer Friedhof vorbei führt die Straße nach Heidenau. Auf der Höhe dieser Straße liegt eine schmucke Kolonie. Kurz davor versteckt sich im Straßengraben eine verwitterte Tür. Durch verzweigt Gerank lugt sie. Niemand achtet ihrer. Und doch soll hinter ihr ein weiter unterirdischer Gang begonnen haben. (Vgl. Nr. 155) Einst, als die stolze Burg noch ins Müglitztal drohte. Jetzt ist alles versunken und still. In der Walpurgisnacht war's einst lebendig dort. Ging ein müder Mann nach Hause. Just um die Stunde, da gute und böse Geister ihr Wesen treiben. Sorgenbeladen ging er. | + | Am [[geo: |
| - | Krank war sein Weib und brothungrig die Kinder. Und sein ehrlich Tagwerk bracht' | + | Krank war sein Weib und brothungrig die Kinder. Und sein ehrlich Tagwerk bracht' |
| - | + | ||
| - | Komm mit!» Zag folgt der Aufgeforderte. Mit tastenden Schritten und verkrampften Fingern. «Komm her! Komm her!» Kleiner wird das Gespensterleuchten. Ins Gezweig huscht' | + | |
| - | + | ||
| - | Was immer auch kumm!» Der Mann erfaßt die Schaufel. «Eile dich, eile! Eile dich, eile! Hast Zeit nur kurz' Weile!» Und der Mann gräbt und gräbt. Seine Kräfte wachsen von Minute zu Minute. Bald gähnt ein tiefes Loch. Weich ist das Erdreich. Und unter den Schichten gleißt' | + | |
| - | + | ||
| - | Als ob einer grausam gemartert würde. Des Arbeitenden Herzschlag stockt. «Schaff, schaff, eile, eilel ertönt, leiser werdend, ängstlich das Flammenstimmchen. Immer verlockender funkelt' | + | |
| - | Vor dem Eingang jetzt, aber im Chor mit heulenden Wehklagen. | + | |
| - | + | ||
| - | Eiskalt überläuft es den im Gang- Jetzt erhebt sich tobender Sturm. In ihm gellen die Schreie. Es knattert und heult in der Luft. Es donnert und blitzt. Es kracht, als wenn Balken stürzen. Ein Knistern, Knacken, Reißen, Zischen - als ob tausend Feuerzungen an den Balken lecken. Im Schweiße schafft der Zitternde weiter. Da ist es ihm, als ob eiserne Griffe sein Gesicht wenden wollen. Unwiderstehlich will es ihn herumziehen. «Schaff, schaff, eile eile» klagt das fast erlöschende Flämmchen. Da - loht es plötzlich um ihn. Der Gang steht in hellflackernder Feuersglut. Von draußen strömt sie herein. | + | |
| Alles ist aufgepeitscht - ein Hexensabbat. Jetzt hämmert die Sturmglocke durch das Toben. Hilfeschreie von tausend Wahnsinnigen brodeln in dem wallenden Talkessel des Städtchens. Da ist die letzte Erdschicht entfernt. Ein großer Kessel blitzender Steine, Gold- und Silberstücke steht in geheimnisvollem Licht. Gierig langt der Gräber darnach. Auf brandet mit unerhörter Wucht das fürchterliche Toben und Flammen. So höllisch schrecklich, | Alles ist aufgepeitscht - ein Hexensabbat. Jetzt hämmert die Sturmglocke durch das Toben. Hilfeschreie von tausend Wahnsinnigen brodeln in dem wallenden Talkessel des Städtchens. Da ist die letzte Erdschicht entfernt. Ein großer Kessel blitzender Steine, Gold- und Silberstücke steht in geheimnisvollem Licht. Gierig langt der Gräber darnach. Auf brandet mit unerhörter Wucht das fürchterliche Toben und Flammen. So höllisch schrecklich, | ||
| Zeile 26: | Zeile 17: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sbssur127.1689862136.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
