sagen:sbssur100
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sbssur100 [2023/08/01 09:56] – ewusch | sagen:sbssur100 [2025/01/30 17:58] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 2: | Zeile 2: | ||
| **[[buch: | **[[buch: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | |||
| + | > Sage des Monats August 2023 | ||
| ====== Die Schloßjungfrau zu Schandau ====== | ====== Die Schloßjungfrau zu Schandau ====== | ||
| Zeile 8: | Zeile 10: | ||
| G. Müller in "Bunte Bilder aus dem Sachsenlande", | G. Müller in "Bunte Bilder aus dem Sachsenlande", | ||
| - | Auf dem Schloßberge bei [[geo: | + | Auf dem Schloßberge bei [[geo: |
| - | Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal in Schandau ein [[typ: | + | Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal in Schandau ein blutarmer, aber frommer Schneidergeselle. Er war meist allein, denn das wilde Treiben seiner Mitgesellen behagte ihm nicht. Die Schankhäuser besuchte er nur selten. Wohl aber ging er jeden Sonntag zur Kirche, und nach dem Gottesdienste stieg er bei günstigem Wetter auf die schönen Berge. |
| - | So kam er einst an einem herrlichen Märztage, es war just [[zeit: | + | So kam er einst an einem herrlichen Märztage, es war just [[zeit: |
| - | Der [[typ:Schneider]] konnte vor [[typ:Angst]] und Erstaunen nur stammeln, daß er gegen jedermann schweigen wolle. Darauf fuhr die Schloßjungfrau fort: "Dich hat mir Gott gesendet, denn du kannst mich erlösen. Schon seit 500 Jahren muß ich hier verzaubert für die Sünden meiner Vorfahren büßen. Nur aller 500 Jahre kommt der Tag, an dem ich [[typ: | + | Der Schneider konnte vor Angst und Erstaunen nur stammeln, daß er gegen jedermann schweigen wolle. Darauf fuhr die [[wesen:Schloßjungfrau]] fort: "Dich hat mir Gott gesendet, denn du kannst mich erlösen. Schon seit 500 Jahren muß ich hier verzaubert für die Sünden meiner Vorfahren büßen. Nur aller 500 Jahre kommt der Tag, an dem ich gerettet werden kann, und zwar durch einen frommen Jüngling. So du den Fluch von mir nehmen willst, komme über zwölf Tage mittags zwölf Uhr wieder hierher. Beichte aber vorher deine Sünden. Ich werde dir dann wieder erscheinen, freilich in anderer Gestalt. So schrecklich ich dir dann auch vorkommen mag, laß dir nur nicht grauen, sondern küsse mich dreimal brünstig auf den Mund. Dann ist der Zauber gelöst, und ich werde mit all meinen Schätzen, die in diesem Berge verborgen sind, dein werden können. Vergiß nicht, was ich dir sagte, schweige und leb wohl!" |
| - | Mit diesen Worten war sie verschwunden. Wie aus einer Betäubung erwacht, starrte der junge Mann ihr nach. Er glaubte geträumt zu haben, doch so lebhaft träumt man nicht. Mit schwerem Herzen stieg er nach Schandau hinab. Nein, diese liebliche Gestalt konnte kein böser | + | Mit diesen Worten war sie verschwunden. Wie aus einer Betäubung erwacht, starrte der junge Mann ihr nach. Er glaubte geträumt zu haben, doch so lebhaft träumt man nicht. Mit schwerem Herzen stieg er nach Schandau hinab. Nein, diese liebliche Gestalt konnte kein böser Geist sein. Und war nicht über zwölf Tage, wo er sie erlösen sollte, der hochheilige [[zeit: |
| - | Plötzlich im Tale läuteten die Mittagsglocken, | + | Plötzlich im Tale läuteten die Mittagsglocken, |
| - | " | + | " |
| // | // | ||
| Zeile 26: | Zeile 28: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sbssur100.1690876566.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
