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 ====== Die Gräfin Cosel im Schafberge bei Langenwolmsdorf ====== ====== Die Gräfin Cosel im Schafberge bei Langenwolmsdorf ======
  
-Gräße, Bd.1, Nr. 222; K. Winter in der "Constit.Ztg." 1853, Nr. 96; M. II, Nr.31. +    Gräße, Bd.1, Nr. 222;  
-Bei Langenwolmsdorf in der Nähe der Ruinen der alten Bergfestung Stolpen liegt der Schafberg; in diesem ist eine Höhle, darin soll die Gräfin Cosel begraben sein. Sie hat aber keine Ruhe im Grabe, sondern wandert bei Tag und Nacht herum, und von den Talern, die sie mit in ihr Grab genommen hat, gibt sie den Leuten, die ihr standhalten.+    K. Winter in der "Constit.Ztg." 1853, Nr. 96;  
 +    M. II, Nr.31. 
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 +Bei [[geo:Langenwolmsdorf]] in der Nähe der Ruinen der alten Bergfestung [[geo:Stolpen]] liegt der Schafberg; in diesem ist eine Höhle, darin soll die [[vip:graefincosel|Gräfin Cosel]] begraben sein. Sie hat aber keine Ruhe im Grabe, sondern wandert bei Tag und Nacht herum, und von den Talern, die sie mit in ihr Grab genommen hat, gibt sie den Leuten, die ihr standhalten.
  
 Einmal hat ein Schäfer bei jenem Berge geweidet, dem ist plötzlich eine schöne Jungfrau erschienen, die ein kurzes weißes Kleid und um den Leib ein schwarzes Gürtelband trug. Die hat ihn gefragt, ob er ihr helfen wolle, und als er ja gesagt, hat sie sich nach dem Berge zugewendet und ihm gewinkt, ihr zu folgen. Als er aber dort angelangt ist, da hat sich der Berg aufgetan, und es waren ein Gang und eine weite Halle zu sehen, an deren Ende ein breiter Wassergraben war, über den aber keine Brücke führte. Da hat das Mädchen gesagt: "Auf, springe hinüber!" Der Schäfer aber hat geantwortet: "Er ist zu breit", und als ihn die Jungfrau abermals gebeten, hat er es zweimal vergeblich versucht, weil er schon alt und steif war. Da hat sich drüben über dem Graben ein großes Tor aufgetan, und der Schäfer hat in einem weiten Saale viele Männer mit langen weißen Bärten sitzen sehen, eine Stimme aber hat gerufen: "Abermals umsonst, noch hundert Jahre!" Daraufhin ist alles verschwunden, und der Schäfer hat sich erst nach Mitternacht wieder nach Hause finden können. Einmal hat ein Schäfer bei jenem Berge geweidet, dem ist plötzlich eine schöne Jungfrau erschienen, die ein kurzes weißes Kleid und um den Leib ein schwarzes Gürtelband trug. Die hat ihn gefragt, ob er ihr helfen wolle, und als er ja gesagt, hat sie sich nach dem Berge zugewendet und ihm gewinkt, ihr zu folgen. Als er aber dort angelangt ist, da hat sich der Berg aufgetan, und es waren ein Gang und eine weite Halle zu sehen, an deren Ende ein breiter Wassergraben war, über den aber keine Brücke führte. Da hat das Mädchen gesagt: "Auf, springe hinüber!" Der Schäfer aber hat geantwortet: "Er ist zu breit", und als ihn die Jungfrau abermals gebeten, hat er es zweimal vergeblich versucht, weil er schon alt und steif war. Da hat sich drüben über dem Graben ein großes Tor aufgetan, und der Schäfer hat in einem weiten Saale viele Männer mit langen weißen Bärten sitzen sehen, eine Stimme aber hat gerufen: "Abermals umsonst, noch hundert Jahre!" Daraufhin ist alles verschwunden, und der Schäfer hat sich erst nach Mitternacht wieder nach Hause finden können.
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sagen/sbssur005.1689775931.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)