sagen:satc022
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| Im Jahre 1322 nach Christus Geburt ward vierzehn Tage nach Ostern am Sonntage Misericordias domini, an welchem Tage die Prediger ihren Ablaß hatten, ein Spiel zu Eisenach gegeben von den fünf weisen und fünf thörichten Jungfrauen, wie es im Evangelium erzählt wird. Wie nun die fünf thörichten verdammt wurden, thaten sie gar sehr kläglich und unsere liebe Frau und die Heiligen baten für sie, aber es half ihnen gar nichts. Das war nun etwas zu hart gespielt. Denn Maria und die Heiligen bitten für keinen Sünder, der verdammt ist, und sie wollen nicht anders als Gott will. Auch will Gott an dem jüngsten Tage nicht mehr gnädig und barmherzig sein, sondern ein gestrenger Richter. Vorher in dieser Zeit ist er uns gnädig und barmherzig und wer sich also mit seiner Neue und Buße hier auf Erden oder in dem Fegefeuer versäumet, der muß den Schaden haben. | Im Jahre 1322 nach Christus Geburt ward vierzehn Tage nach Ostern am Sonntage Misericordias domini, an welchem Tage die Prediger ihren Ablaß hatten, ein Spiel zu Eisenach gegeben von den fünf weisen und fünf thörichten Jungfrauen, wie es im Evangelium erzählt wird. Wie nun die fünf thörichten verdammt wurden, thaten sie gar sehr kläglich und unsere liebe Frau und die Heiligen baten für sie, aber es half ihnen gar nichts. Das war nun etwas zu hart gespielt. Denn Maria und die Heiligen bitten für keinen Sünder, der verdammt ist, und sie wollen nicht anders als Gott will. Auch will Gott an dem jüngsten Tage nicht mehr gnädig und barmherzig sein, sondern ein gestrenger Richter. Vorher in dieser Zeit ist er uns gnädig und barmherzig und wer sich also mit seiner Neue und Buße hier auf Erden oder in dem Fegefeuer versäumet, der muß den Schaden haben. | ||
| - | Zu diesem Spiele war auch Landgraf Friedrich der Freidige gekommen und sah und hörte das Alles und nahm es sich so zu Herzen, daß er in großem Zorne sprach: | + | Zu diesem Spiele war auch Landgraf Friedrich der Freidige gekommen und sah und hörte das Alles und nahm es sich so zu Herzen, daß er in großem Zorne sprach: |
| Er lebte nach diesem Zufall wohl noch vierthalb Jahre und starb, nachdem er sein Seelgeräthe gesetzt hatte, in einem Alter von fünfundfünfzig Jahren. Man begrub ihn vor Eisenach zu St. Katharinen in der Capelle des heiligen Johannes. | Er lebte nach diesem Zufall wohl noch vierthalb Jahre und starb, nachdem er sein Seelgeräthe gesetzt hatte, in einem Alter von fünfundfünfzig Jahren. Man begrub ihn vor Eisenach zu St. Katharinen in der Capelle des heiligen Johannes. | ||
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