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sagen:satc018

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     Anall. Reinh. S. 223.     Anall. Reinh. S. 223.
  
-Der junge [[vip:hermanniithueringen|Landgraf Hermann]], der Sohn des [[vip:ludwigivthueringen|Landgrafen Ludwig]] und der heiligen [[vip:elisabethvonthueringen|Elisabeth]], starb auf dem Schlosse zu Kreuzburg, wo er wohnte, in einem Alter von achtzehn Jahren, und wie man sagte durch Gift, das ihm eine Edelfrau, genannt Bertha von Seebach, gegeben hatte. Etliche Leute gaben die Schuld dem Landgrafen Heinrich, darum weil er hoffte, selber Erben zu dem Lande zu gewinnen; Andere sprechen, es sei auf Anstiften des Markgrafen von Münster geschehen, weil Landgraf Heinrich nicht Leibeserben hatte und er Erbe zu dem Lande werden wollte, noch Andere aber meinten, es sei aus Haß und Bosheit der genannten Frau Bertha geschehen. Wie es nun damit bestellt ist, das weiß Gott am allerbesten; derselben Frau Bertha hat aber Niemand etwas darum gethan. Der junge Landgraf hatte vor seinem Tode noch bestellt und angeordnet, daß man ihn bei seiner Mutter in Marburg begraben sollte. Als man nun seine Leiche hinwegführte nach Marburg, begegnete ihnen der Landgraf Heinrich von Thüringen, und auf seine Frage, wen sie dahin führten, erhielt er zur Antwort, den Sohn seines Bruders, den Landgrafen Hermann. Sofort gab er den Befehl, man solle ihn nach Reinhardsbrunn bringen, denn er fürchtete, wie man sagte, seine Mutter möchte ihn vom Tode wieder zum Leben erwecken.+Der junge [[vip:hermanniithueringen|Landgraf Hermann]], der Sohn des [[vip:ludwigivthueringen|Landgrafen Ludwig]] und der heiligen [[vip:elisabethvonthueringen|Elisabeth]], starb auf dem Schlosse zu [[geo:creuzburg|Kreuzburg]], wo er wohnte, in einem Alter von achtzehn Jahren, und wie man sagte durch Gift, das ihm eine Edelfrau, genannt Bertha von Seebach, gegeben hatte. Etliche Leute gaben die Schuld dem Landgrafen Heinrich, darum weil er hoffte, selber Erben zu dem Lande zu gewinnen; Andere sprechen, es sei auf Anstiften des Markgrafen von Münster geschehen, weil Landgraf Heinrich nicht Leibeserben hatte und er Erbe zu dem Lande werden wollte, noch Andere aber meinten, es sei aus Haß und Bosheit der genannten Frau Bertha geschehen. Wie es nun damit bestellt ist, das weiß Gott am allerbesten; derselben Frau Bertha hat aber Niemand etwas darum gethan. Der junge Landgraf hatte vor seinem Tode noch bestellt und angeordnet, daß man ihn bei seiner Mutter in [[geo:Marburg]] begraben sollte. Als man nun seine Leiche hinwegführte nach Marburg, begegnete ihnen der [[vip:heinrichraspe|Landgraf Heinrich von Thüringen]], und auf seine Frage, wen sie dahin führten, erhielt er zur Antwort, den Sohn seines Bruders, den Landgrafen Hermann. Sofort gab er den Befehl, man solle ihn nach [[kirche:klosterreinhardsbrunn|Reinhardsbrunn]] bringen, denn er fürchtete, wie man sagte, seine [[vip:elisabethvonthueringen|Mutter]] möchte ihn vom Tode wieder zum Leben erwecken.
  
-Man begrub ihn nun in Reinhardsbrunn mit großen Ehren. Es geschah aber, daß Frau Bertha von Seebach mit vielen andern Edeln und Vornehmen des Landes bei dem Begräbniß zugegen war, und bei ihrem Eintritt in das Kloster floß Allen sichtbarlich Blut aus dem Leichnam des Landgrafen durch die Nase. Als das der Schenk Ritter Rudolf von Vargila mit den andern vornehmen Rittern sah, riefen alle unter Thränen und Wehklagen: "Bringet die gottlose Uebelthäterin hinweg, die uns unseren Herrn so abscheulich geraubt und getödtet hat." Darauf ward sie von ihren Freunden heimlich hinweg geführt und bei Seite gebracht.+Man begrub ihn nun in Reinhardsbrunn mit großen Ehren. Es geschah aber, daß Frau Bertha von Seebach mit vielen andern Edeln und Vornehmen des Landes bei dem Begräbniß zugegen war, und bei ihrem Eintritt in das Kloster floß Allen sichtbarlich Blut aus dem Leichnam des Landgrafen durch die Nase. Als das der Schenk Ritter [[vip:rudolfiischenkvonvargula|Rudolf von Vargila]] mit den andern vornehmen Rittern sah, riefen alle unter Thränen und Wehklagen: "Bringet die gottlose Uebelthäterin hinweg, die uns unseren Herrn so abscheulich geraubt und getödtet hat." Darauf ward sie von ihren Freunden heimlich hinweg geführt und bei Seite gebracht.
  
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sagen/satc018.1718716603.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)