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sagen:sat208

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 ====== Der Liebhaber zum Essen eingeladen ====== ====== Der Liebhaber zum Essen eingeladen ======
  
-        Prätorius, Weihnachtsfragen prop. 53 . +    Prätorius, Weihnachtsfragen prop. 53 . 
-       Grimm deutsche Sagen I, Nr. 115. S. 172 .+    Grimm deutsche Sagen I, Nr. 115. S. 172 .
  
 In Saalfeld war eine Schösserin, die sich heimlich in ihren Schreiber verliebt hatte. Sie wollte ihn durch Zauberei gewinnen, liess deshalb ein frisches Brod backen, steckte mitten in der heiligen Christnacht kreuzweise zwei Messer hinein und murmelte dazu gewisse Worte. Bald darauf kam der Schreiber aus dem Schlafe ganz ohne alle Kleidung zur Stube hereingesprungen, setzte sich am Tisch nieder und sah die Frau scharf an. Sie stand auf und lief davon. Da zog der Schreiber beide Messer aus dem Brode, warf sie ihr nach und hätte sie bald sehr verlegt. Darauf ging er wieder zurück. Eine Muhme war in der Stube zugegen und über diesen Vorgang so heftig erschrocken, dass sie etliche Wochen krank zu Bette liegen musste. Der Schreiber hat am folgenden Tage zu den Hausgenossen gesagt, er möchte nur wissen, welche Frau ihn vergangene Nacht so geängstigt habe, er wäre so abgemattet, dass er es kaum sagen könne, denn er hätte sollen mit ihr fortkommen und sich nicht genug wehren können; auch hätte er beten mögen, was er nur gewollt, so wäre er doch getrieben worden. In Saalfeld war eine Schösserin, die sich heimlich in ihren Schreiber verliebt hatte. Sie wollte ihn durch Zauberei gewinnen, liess deshalb ein frisches Brod backen, steckte mitten in der heiligen Christnacht kreuzweise zwei Messer hinein und murmelte dazu gewisse Worte. Bald darauf kam der Schreiber aus dem Schlafe ganz ohne alle Kleidung zur Stube hereingesprungen, setzte sich am Tisch nieder und sah die Frau scharf an. Sie stand auf und lief davon. Da zog der Schreiber beide Messer aus dem Brode, warf sie ihr nach und hätte sie bald sehr verlegt. Darauf ging er wieder zurück. Eine Muhme war in der Stube zugegen und über diesen Vorgang so heftig erschrocken, dass sie etliche Wochen krank zu Bette liegen musste. Der Schreiber hat am folgenden Tage zu den Hausgenossen gesagt, er möchte nur wissen, welche Frau ihn vergangene Nacht so geängstigt habe, er wäre so abgemattet, dass er es kaum sagen könne, denn er hätte sollen mit ihr fortkommen und sich nicht genug wehren können; auch hätte er beten mögen, was er nur gewollt, so wäre er doch getrieben worden.
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