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sagen:sat183

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-Die Markgräfin Pauline unternahm eine Reise nach [[geo:stadtilm|Stadt Ilm]], den Grafen Sizzo zu besuchen, verirrte sich aber über Blankenburg in einem unwegsamen Gehölze. Der Gegend unkundig schickte sie einen Diener aus, den Weg zu suchen. Dieser kehrte aber nicht wieder und Pauline musste nun selbst die Rosse vorwärts treiben. Nach langem Umherirren im dunkeln Forste bleiben die Thiere am Ende eines Wiesengrundes, wo der Bärenbach und der Rottenbach zusammenfliessen, keuchend und ermattet stehen. Während die hungrigen Rosse hier auf die Weide gingen, sah sich die ermüdete Gräfin mit ihrer Zofe nach einem Ruheplätzchen um und erblickte eine verlassene Köhlerhütte. Sie traten ein und fanden darin einige Stückchen schwarzes Brod, dicht von Kohlenstaub überzogen, das sie in dem vorüberfliessenden Bächlein erst reinigen und erweichen mussten, um es geniessbar zu machen.+Die Markgräfin Pauline unternahm eine Reise nach [[geo:stadtilm|Stadt Ilm]], den Grafen [[vip:sizzoiii|Sizzo]] zu besuchen, verirrte sich aber über [[geo:badblankenburg|Blankenburg]] in einem unwegsamen Gehölze. Der Gegend unkundig schickte sie einen Diener aus, den Weg zu suchen. Dieser kehrte aber nicht wieder und Pauline musste nun selbst die Rosse vorwärts treiben. Nach langem Umherirren im dunkeln Forste bleiben die Thiere am Ende eines Wiesengrundes, wo der Bärenbach und der Rottenbach zusammenfliessen, keuchend und ermattet stehen. Während die hungrigen Rosse hier auf die Weide gingen, sah sich die ermüdete Gräfin mit ihrer Zofe nach einem Ruheplätzchen um und erblickte eine verlassene Köhlerhütte. Sie traten ein und fanden darin einige Stückchen schwarzes Brod, dicht von Kohlenstaub überzogen, das sie in dem vorüberfliessenden Bächlein erst reinigen und erweichen mussten, um es geniessbar zu machen.
  
 In der Nacht, die sie in der engen Hütte zubringt, träumt Pauline, sie bete vor einem hölzernen Altare und eine Stimme rufe ihr zu: „hier wirst du ruhen!" Aus diesem Traume erwacht errichtet sie noch in derselben Nacht unter einer mächtigen Tanne von einigen Holzstücken einen Altar, stellt ein Crucifix darauf und betet davor, während der Mond seinen milden Glanz über sie ausgießt. Bald tritt auch ihre Zofe aus der Hütte und erzählt sie habe geträumt, dass hier unter einer Decke, gleich einem hohen Gewölbe, ihre Herrin bete. In der Nacht, die sie in der engen Hütte zubringt, träumt Pauline, sie bete vor einem hölzernen Altare und eine Stimme rufe ihr zu: „hier wirst du ruhen!" Aus diesem Traume erwacht errichtet sie noch in derselben Nacht unter einer mächtigen Tanne von einigen Holzstücken einen Altar, stellt ein Crucifix darauf und betet davor, während der Mond seinen milden Glanz über sie ausgießt. Bald tritt auch ihre Zofe aus der Hütte und erzählt sie habe geträumt, dass hier unter einer Decke, gleich einem hohen Gewölbe, ihre Herrin bete.
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 Als nun die Kirche bis auf den Altar fertig war, befahl Pauline einen solchen, jedoch nicht von Erde, Stein oder Holz zu fertigen. Dieses brachte der Köhler, in dessen Hütte Pauline jenen merkwürdigen Traum gehabt hatte, dadurch zu Stande, dass er einen starken Eichenstamm verkohlte und ihm einen solchen Glanz gab, dass Niemand errathen konnte, woraus er gearbeitet war. Auch der Ueberzug des Altars, welcher gleichfalls weder von Holz, noch von Stein, noch von Erde sein sollte, stellte der erfindsame Köhler aus einem zierlich gegerbten Kalbfell her. Auf diesen Altar stellte Pauline das Crucifix, vor welchem sie einst bei der Köhlerhütte gebetet hatte; den Köhler aber ernannte sie zum Aufseher über Küche und Keller. Als nun die Kirche bis auf den Altar fertig war, befahl Pauline einen solchen, jedoch nicht von Erde, Stein oder Holz zu fertigen. Dieses brachte der Köhler, in dessen Hütte Pauline jenen merkwürdigen Traum gehabt hatte, dadurch zu Stande, dass er einen starken Eichenstamm verkohlte und ihm einen solchen Glanz gab, dass Niemand errathen konnte, woraus er gearbeitet war. Auch der Ueberzug des Altars, welcher gleichfalls weder von Holz, noch von Stein, noch von Erde sein sollte, stellte der erfindsame Köhler aus einem zierlich gegerbten Kalbfell her. Auf diesen Altar stellte Pauline das Crucifix, vor welchem sie einst bei der Köhlerhütte gebetet hatte; den Köhler aber ernannte sie zum Aufseher über Küche und Keller.
  
-Während der Vorbereitung zur feierlichen Einweihung des Klosters und der Kirche wollte Pauline nach dem Kloster Hirschau in Schwaben reisen, den zum Abte erwählten Pater Gerung und eine Anzahl Mönche abzuholen. Sie hatte aber auf dieser Reise das Unglück vom Pferde zu fallen, einen Arm zu brechen und an diesem Armbruch zu sterben. Ihr Leichnam wurde in das von ihr gestiftete Kloster gebracht und in der Kirche vor dem Altare des heiligen Kreuzes beigesetzt.+Während der Vorbereitung zur feierlichen Einweihung des Klosters und der Kirche wollte Pauline nach dem [[kirche:klosterhirsau|Kloster Hirschau]] in [[region:Schwaben]] reisen, den zum Abte erwählten Pater Gerung und eine Anzahl Mönche abzuholen. Sie hatte aber auf dieser Reise das Unglück vom Pferde zu fallen, einen Arm zu brechen und an diesem Armbruch zu sterben. Ihr Leichnam wurde in das von ihr gestiftete Kloster gebracht und in der Kirche vor dem Altare des heiligen Kreuzes beigesetzt.
  
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sagen/sat183.1716495252.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)