sagen:sat175
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung | |||
| sagen:sat175 [2025/12/23 14:54] – ewusch | sagen:sat175 [2025/12/23 14:54] (aktuell) – ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
| Noch in selbiger Nacht erfüllte sich dieser Fluch und Gottes Strafgericht brach los. Ein schreckliches Ungewitter erhob sich, Blitz auf Blitz, Schlag auf Schlag erfolgte; es war als ob alle Elemente mit einander im offenen Kampfe stünden. Aber oben auf der Burg trank und jubelte, lästerte und fluchte die gottlose Ritterschar. Jetzt that sich der ganze Himmel auf, ein schwefelgelber Blitz erhellte schrecklich die ganze Gegend und ein Donnerschlag folgte ihm nach, dass die Erde erzitterte. Des Berges Tiefe öffnete sich und die Burg samt ihren Bewohnern fuhr in den graussen Abgrund. Nach und nach verzog sich das Gewitter. Die Morgensonne beleuchtete die frischen Bergmatten und grünen Wälder, aber verwundert schauten die Umwohner nach des Berges kahler Spitze. Die Burg war und blieb verschwunden. Ruhig und unangefochten zog nun der Reisende seine Strasse. Aber aus des Berges Tiefe hört man zuweilen bei stiller Nacht die Flüche der begrabenen Ritter. Der Wanderer blickt dann scheu und furchtsam umher, beflügelt seine Schritte um das sichere Obdach zu erreichen und spricht ein Stossgebet gegen böse, höllische Geister. | Noch in selbiger Nacht erfüllte sich dieser Fluch und Gottes Strafgericht brach los. Ein schreckliches Ungewitter erhob sich, Blitz auf Blitz, Schlag auf Schlag erfolgte; es war als ob alle Elemente mit einander im offenen Kampfe stünden. Aber oben auf der Burg trank und jubelte, lästerte und fluchte die gottlose Ritterschar. Jetzt that sich der ganze Himmel auf, ein schwefelgelber Blitz erhellte schrecklich die ganze Gegend und ein Donnerschlag folgte ihm nach, dass die Erde erzitterte. Des Berges Tiefe öffnete sich und die Burg samt ihren Bewohnern fuhr in den graussen Abgrund. Nach und nach verzog sich das Gewitter. Die Morgensonne beleuchtete die frischen Bergmatten und grünen Wälder, aber verwundert schauten die Umwohner nach des Berges kahler Spitze. Die Burg war und blieb verschwunden. Ruhig und unangefochten zog nun der Reisende seine Strasse. Aber aus des Berges Tiefe hört man zuweilen bei stiller Nacht die Flüche der begrabenen Ritter. Der Wanderer blickt dann scheu und furchtsam umher, beflügelt seine Schritte um das sichere Obdach zu erreichen und spricht ein Stossgebet gegen böse, höllische Geister. | ||
| - | //Quellen:// | + | //Quelle: [[autor: |
| - | * //[[autor: | + | |
| ---- | ---- | ||
| {{tag> | {{tag> | ||
sagen/sat175.1766498058.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch
