sagen:sat113
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| Einst lebte in Eisenach eine schöne Jungfrau mit goldgelben Haaren, die war sehr eitel und putzte sich alle Tage herrlich, besonders aber verwendete sie viel Zeit darauf, ihre Haare zu strählen und in schöne Zöpfe zu flechten. Bei dieser Putzsucht vergass sie alle Uebungen der Frömmigkeit, | Einst lebte in Eisenach eine schöne Jungfrau mit goldgelben Haaren, die war sehr eitel und putzte sich alle Tage herrlich, besonders aber verwendete sie viel Zeit darauf, ihre Haare zu strählen und in schöne Zöpfe zu flechten. Bei dieser Putzsucht vergass sie alle Uebungen der Frömmigkeit, | ||
| - | In frühern Jahren haben viele Leute in Eisenach diese verfluchte Jungfer in ihrem Schmuck und mit langen herabhängenden Haaren vor der Höhle gesehen und neben ihr auch ein rothes Hündlein, das hin und her lauft. | + | In frühern Jahren haben viele Leute in Eisenach diese [[wesen: |
| Auf dem Platze vor der Höhle, worauf die Jungfer sitzt, wächst kein Gras und kein Strauch, in der Höhle aber rauscht und braust es oft wie ferne Wasserbäche. Ein Fuhrmann zog einmal die Strasse vorüber und hörte Jemand niessen. „Gott helf!" sprach der Fuhrmann, und als er abermals und dann noch neunmal niessen hörte, sprach er jedesmal treuherzig „Gott helf!" Als es aber zum zwölften Male niesste, wurde er schier unwillig, that einen Fluch und rief: nun wenn dir Gott nicht helfen will, so helfe dir ein Anderer." | Auf dem Platze vor der Höhle, worauf die Jungfer sitzt, wächst kein Gras und kein Strauch, in der Höhle aber rauscht und braust es oft wie ferne Wasserbäche. Ein Fuhrmann zog einmal die Strasse vorüber und hörte Jemand niessen. „Gott helf!" sprach der Fuhrmann, und als er abermals und dann noch neunmal niessen hörte, sprach er jedesmal treuherzig „Gott helf!" Als es aber zum zwölften Male niesste, wurde er schier unwillig, that einen Fluch und rief: nun wenn dir Gott nicht helfen will, so helfe dir ein Anderer." | ||
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