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sagen:sagenundvolksmaehrchen50

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 „Ritter Kuno, seyd fröhlich und guter Dinge! Ihr sollt eine zahlreiche Nachkommenschaft haben, wenn ihr euch mir zum Eigenthum verschreiben wollt!“ „Ritter Kuno, seyd fröhlich und guter Dinge! Ihr sollt eine zahlreiche Nachkommenschaft haben, wenn ihr euch mir zum Eigenthum verschreiben wollt!“
  
-Dem Ritter fuhr’s eiskalt über die Haut. Er stand auf, betrachtete den Jäger genauer, und da sah er erst den Pferdefuß, und erkannte den „Gott sey bei uns“. Flugs schlug er andächtig ein Kreuz, und der tückische [[wesen:teufel|Satan]] verschwand; aber Kuno’s Gemüth ward düsterer und schwermüthiger, als je. Langsam ging er nach seiner Burg zurück. Auf seiner Stirn lag Trübsinn und Kummer und kein freundlicher Blick mehr. Da beschloß er endlich, nach dem heiligen Lande zu pilgern, und im blutigen Saracenenkampf und im heißen Gebet an des Erlösers Grabe, seines Kummers Linderung zu suchen.+Dem Ritter fuhr’s eiskalt über die Haut. Er stand auf, betrachtete den Jäger genauer, und da sah er erst den Pferdefuß, und erkannte den „Gott sey bei uns“. Flugs schlug er andächtig ein Kreuz, und der tückische [[wesen:Satan]] verschwand; aber Kuno’s Gemüth ward düsterer und schwermüthiger, als je. Langsam ging er nach seiner Burg zurück. Auf seiner Stirn lag Trübsinn und Kummer und kein freundlicher Blick mehr. Da beschloß er endlich, nach dem heiligen Lande zu pilgern, und im blutigen Saracenenkampf und im heißen Gebet an des Erlösers Grabe, seines Kummers Linderung zu suchen.
  
 Schon standen die Rosse für ihn und seine drei Knappen im Vorhofe, als Kuno sein trauerndes Weib noch ein Mal umarmte, und ihr, nach damaliger Sitte, die Hälfte seines entzwei gebrochenen Eheringes darreichte. Schon standen die Rosse für ihn und seine drei Knappen im Vorhofe, als Kuno sein trauerndes Weib noch ein Mal umarmte, und ihr, nach damaliger Sitte, die Hälfte seines entzwei gebrochenen Eheringes darreichte.
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 Schon hatte sein Schwert der Ungläubigen Blut, schon hatte die heilige Stätte seine frommen Thränen getrunken, und noch immer kehrte kein Friede in seine Brust zurück. Oft war ihm der Böse in mancherlei Gestalten erschienen, und hatte sein Anerbieten erneuert; aber Kuno blieb standhaft, und wies jeden Antrag von sich. Schon hatte sein Schwert der Ungläubigen Blut, schon hatte die heilige Stätte seine frommen Thränen getrunken, und noch immer kehrte kein Friede in seine Brust zurück. Oft war ihm der Böse in mancherlei Gestalten erschienen, und hatte sein Anerbieten erneuert; aber Kuno blieb standhaft, und wies jeden Antrag von sich.
  
-So verflossen einige Jahre unter blutigen Kämpfen und grausamem Gemetzel im Heere der Ungläubigen, als Kuno eines Tags gefangen ward und in des Sultans Hände fiel. Er erwartete einen schmählichen Tod, allein man warf ihn in einen finstern Kerker, wo er, getrennt von seinen treuen Knappen, tief unter der Erde, schreckliche Tage der Einsamkeit verleben mußte. Ach! wie oft seufzte er da auf seinem Lager von Stroh nach dem lieben Vaterlande, nach seiner lieben Hausfrau! wie oft betete er da zu Gott um Erlösung oder Tod! Aber noch hatte die Stunde der Befreiung nicht geschlagen, noch sollte er erst große Prüfungen ausstehen. Denn einst, als er auch im tiefen Jammer sein feuchtes Lager mit Thränen netzte, ward es plötzlich lichter Tag um ihn her, und vor ihm stand [[wesen:teufel|Satanas]], und sprach:+So verflossen einige Jahre unter blutigen Kämpfen und grausamem Gemetzel im Heere der Ungläubigen, als Kuno eines Tags gefangen ward und in des Sultans Hände fiel. Er erwartete einen schmählichen Tod, allein man warf ihn in einen finstern Kerker, wo er, getrennt von seinen treuen Knappen, tief unter der Erde, schreckliche Tage der Einsamkeit verleben mußte. Ach! wie oft seufzte er da auf seinem Lager von Stroh nach dem lieben Vaterlande, nach seiner lieben Hausfrau! wie oft betete er da zu Gott um Erlösung oder Tod! Aber noch hatte die Stunde der Befreiung nicht geschlagen, noch sollte er erst große Prüfungen ausstehen. Denn einst, als er auch im tiefen Jammer sein feuchtes Lager mit Thränen netzte, ward es plötzlich lichter Tag um ihn her, und vor ihm stand Satanas, und sprach:
  
 „Ritter Kuno, ich befreie dich aus diesem Kerker, gebe dir des Sultans Tochter zum Weibe und eine Krone zur Mitgift, wenn du dich und deine Seele mir verschreibst!“ „Ritter Kuno, ich befreie dich aus diesem Kerker, gebe dir des Sultans Tochter zum Weibe und eine Krone zur Mitgift, wenn du dich und deine Seele mir verschreibst!“
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sagen/sagenundvolksmaehrchen50.1706902154.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)