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sagen:sagenundvolksmaehrchen50

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 „Ritter Kuno, seyd fröhlich und guter Dinge! Ihr sollt eine zahlreiche Nachkommenschaft haben, wenn ihr euch mir zum Eigenthum verschreiben wollt!“ „Ritter Kuno, seyd fröhlich und guter Dinge! Ihr sollt eine zahlreiche Nachkommenschaft haben, wenn ihr euch mir zum Eigenthum verschreiben wollt!“
  
-Dem Ritter fuhr’s eiskalt über die Haut. Er stand auf, betrachtete den Jäger genauer, und da sah er erst den Pferdefuß, und erkannte den „Gott sey bei uns“. Flugs schlug er andächtig ein Kreuz, und der tückische [[wesen:teufel|Satan]] verschwand; aber Kuno’s Gemüth ward düsterer und schwermüthiger, als je. Langsam ging er nach seiner Burg zurück. Auf seiner Stirn lag Trübsinn und Kummer und kein freundlicher Blick mehr. Da beschloß er endlich, nach dem heiligen Lande zu pilgern, und im blutigen Saracenenkampf und im heißen Gebet an des Erlösers Grabe, seines Kummers Linderung zu suchen.+Dem Ritter fuhr’s eiskalt über die Haut. Er stand auf, betrachtete den Jäger genauer, und da sah er erst den Pferdefuß, und erkannte den „Gott sey bei uns“. Flugs schlug er andächtig ein Kreuz, und der tückische [[wesen:Satan]] verschwand; aber Kuno’s Gemüth ward düsterer und schwermüthiger, als je. Langsam ging er nach seiner Burg zurück. Auf seiner Stirn lag Trübsinn und Kummer und kein freundlicher Blick mehr. Da beschloß er endlich, nach dem heiligen Lande zu pilgern, und im blutigen Saracenenkampf und im heißen Gebet an des Erlösers Grabe, seines Kummers Linderung zu suchen.
  
 Schon standen die Rosse für ihn und seine drei Knappen im Vorhofe, als Kuno sein trauerndes Weib noch ein Mal umarmte, und ihr, nach damaliger Sitte, die Hälfte seines entzwei gebrochenen Eheringes darreichte. Schon standen die Rosse für ihn und seine drei Knappen im Vorhofe, als Kuno sein trauerndes Weib noch ein Mal umarmte, und ihr, nach damaliger Sitte, die Hälfte seines entzwei gebrochenen Eheringes darreichte.
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 „Du bist, entgegnete Kuno, durch sieben Jahre treu mir geblieben. Der Herr hat uns nach vielen Gefahren, nach großer Prüfung wieder vereint, nun soll uns nur der Tod trennen!“ „Du bist, entgegnete Kuno, durch sieben Jahre treu mir geblieben. Der Herr hat uns nach vielen Gefahren, nach großer Prüfung wieder vereint, nun soll uns nur der Tod trennen!“
  
-Es war indessen der Freier, es waren die Hochzeitsgäste still fortgegangen, und als Kuno und sein Weib von ihrem ersten freudigen Entzücken sich erholt hatten, sahen sie sich allein im weiten Prunksaale. Man ließ alle ihrer Straße ziehen, rief keinen zurück. Aber Kuno führte fortan ein stilles und gottesfürchtiges Leben mit seiner treuen Hausfrau bis in ein hohes Alter. Den Kirchen und den Armen gab er viel und reichlich. Vor allen aber nahm er sich der dürftigen Wanderer an, die speiste und tränkte er, die warnte er aus eigner Erfahrung, vor den Verblendungen des Satans, die ermahnte er, ihr Vertrauen nur auf Gott zu setzen, so würden sie stets den Versuchungen des Bösen widerstehen können. Darum ward er aber auch nach seinem Tode selig gesprochen. Aber auch in den himmlischen Wohnungen blieb er den Reisenden Freund. Oft schon erschien er dem zagenden Wanderer, der auf wüster Heide oder in des Waldes unwegsamen Dickicht des Weges Spur verloren hatte, als ein freundlicher Alter, reichte ihm labende Speise und Trank, und führte ihn sicher auf den rechten Pfad. Oder, wenn bei nächtlicher Weile, am verrufenen Kreuzweg, dem schauernden Pilger ein zusammengeschrumpftes Mütterchen begegnet, wenn ihn ein täuschendes Irrlicht auf Abwege führt, oder gar ein [[typ:Kobold]] beim Schopf ihn faßt, dann darf er nur vertrauend den heiligen Kuno um Hülfe anrufen, und er eilt herbei, scheucht die Gestalten, und leitet den Verirrten, den Geblendeten auf rechten Weg.+Es war indessen der Freier, es waren die Hochzeitsgäste still fortgegangen, und als Kuno und sein Weib von ihrem ersten freudigen Entzücken sich erholt hatten, sahen sie sich allein im weiten Prunksaale. Man ließ alle ihrer Straße ziehen, rief keinen zurück. Aber Kuno führte fortan ein stilles und gottesfürchtiges Leben mit seiner treuen Hausfrau bis in ein hohes Alter. Den Kirchen und den Armen gab er viel und reichlich. Vor allen aber nahm er sich der dürftigen Wanderer an, die speiste und tränkte er, die warnte er aus eigner Erfahrung, vor den Verblendungen des Satans, die ermahnte er, ihr Vertrauen nur auf Gott zu setzen, so würden sie stets den Versuchungen des Bösen widerstehen können. Darum ward er aber auch nach seinem Tode selig gesprochen. Aber auch in den himmlischen Wohnungen blieb er den Reisenden Freund. Oft schon erschien er dem zagenden Wanderer, der auf wüster Heide oder in des Waldes unwegsamen Dickicht des Weges Spur verloren hatte, als ein freundlicher Alter, reichte ihm labende Speise und Trank, und führte ihn sicher auf den rechten Pfad. Oder, wenn bei nächtlicher Weile, am verrufenen Kreuzweg, dem schauernden Pilger ein zusammengeschrumpftes Mütterchen begegnet, wenn ihn ein täuschendes Irrlicht auf Abwege führt, oder gar ein [[wesen:Kobold]] beim Schopf ihn faßt, dann darf er nur vertrauend den heiligen Kuno um Hülfe anrufen, und er eilt herbei, scheucht die Gestalten, und leitet den Verirrten, den Geblendeten auf rechten Weg.
  
 //Anmerkungen: In der Kirche des Dorfes Kirchzarten, unter den Ruinen der Burg Falkensteig, sieht man noch jetzt das dem Grafen Kuno von Falkenstein errichtete Monument. Auf einem Löwen steht da ein Ritter im Panzerhemde mit Schild, Schwert und Dolch; das Haupt ist an einen Helm gelehnt, auf dem Helme sind zwei Köpfe von Vögeln, im bedeutenden Schilde zeigt sich ein Falke, und um die Figur geht in alten Karakteren die Inschrift: Anno domini 1343 4to idus maji obiit dominus cuno de Valkenstein miles.// //Anmerkungen: In der Kirche des Dorfes Kirchzarten, unter den Ruinen der Burg Falkensteig, sieht man noch jetzt das dem Grafen Kuno von Falkenstein errichtete Monument. Auf einem Löwen steht da ein Ritter im Panzerhemde mit Schild, Schwert und Dolch; das Haupt ist an einen Helm gelehnt, auf dem Helme sind zwei Köpfe von Vögeln, im bedeutenden Schilde zeigt sich ein Falke, und um die Figur geht in alten Karakteren die Inschrift: Anno domini 1343 4to idus maji obiit dominus cuno de Valkenstein miles.//
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