sagen:sagenundvolksmaehrchen39
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| v. Heß, Durchflüge durch Deutschland, | v. Heß, Durchflüge durch Deutschland, | ||
| - | Mathilde, die Tochter [[vip: | + | Mathilde, die Tochter [[vip: |
| - | Alsbald fand sich der [[typ:Teufel]] bei Mathilden ein, und erbot sich, ihres Vaters | + | Alsbald fand sich der [[wesen:Teufel]] bei Mathilden ein, und erbot sich, ihres Vaters Liebe in Haß zu verwandeln, wenn sie sich ihm ergeben wolle. |
| - | Mathilde kämpfte lange mit sich, was sie thun sollte. Endlich entschloß sie sich, aus Liebe zu Gott, doch lieber mit dem Teufel selbst im Bunde zu stehen, als ihres Vaters Beischläferin zu werden. Sie willigte daher in das Begehren des Teufels, machte jedoch die Bedingung, daß er sie zuvor unter drei Malen, wenn er sie besuche, ein Mal [[typ: | + | Mathilde kämpfte lange mit sich, was sie thun sollte. Endlich entschloß sie sich, aus Liebe zu Gott, doch lieber mit dem Teufel selbst im Bunde zu stehen, als ihres Vaters Beischläferin zu werden. Sie willigte daher in das Begehren des Teufels, machte jedoch die Bedingung, daß er sie zuvor unter drei Malen, wenn er sie besuche, ein Mal schlafend finden müsse. |
| Um nun allen Schlaf von sich abzuwehren, nahm die Prinzessin sich vor, eine große kostbare Stickerei zu arbeiten, die sie stets munter erhalten solle. Sie fing das Werk an. Oft überfiel sie aber doch dabei ein Schlummer, und nur ihr treues Hündchen, Quedl, der stets zu ihren Füßen lag, weckte sie dann wieder. | Um nun allen Schlaf von sich abzuwehren, nahm die Prinzessin sich vor, eine große kostbare Stickerei zu arbeiten, die sie stets munter erhalten solle. Sie fing das Werk an. Oft überfiel sie aber doch dabei ein Schlummer, und nur ihr treues Hündchen, Quedl, der stets zu ihren Füßen lag, weckte sie dann wieder. | ||
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| Der Teufel kam ein Mal, er kam zum zweiten, er kam zum dritten Male. Mathilde wachte, oder Quedl weckte sie. | Der Teufel kam ein Mal, er kam zum zweiten, er kam zum dritten Male. Mathilde wachte, oder Quedl weckte sie. | ||
| - | Da er nun sah, daß er hier seinen Zweck nicht erreichen werde, ward er so böse, daß er der schönen Mathilde grimmig mit der Kralle über’s weiche Gesicht fuhr, die gewölbte Nase platt drückte, den kleinen Mund bis an’s | + | Da er nun sah, daß er hier seinen Zweck nicht erreichen werde, ward er so böse, daß er der schönen Mathilde grimmig mit der Kralle über’s weiche Gesicht fuhr, die gewölbte Nase platt drückte, den kleinen Mund bis an’s Ohr aufriß, und eins der schönsten Augen ihr zerquetschte. |
| - | So that Mathilde mit Einem Steine zwei Würfe. Der Teufel mußte ihr [[typ:Gebet]] zu Gott erhören und sie häßlich machen, und von ihres Vaters Nachstellungen blieb sie nun unangefochten. | + | So that Mathilde mit Einem Steine zwei Würfe. Der Teufel mußte ihr Gebet zu Gott erhören und sie häßlich machen, und von ihres Vaters Nachstellungen blieb sie nun unangefochten. |
| Mathilde, so fromm als häßlich, gründete hierauf das Stift Quedlinburg, | Mathilde, so fromm als häßlich, gründete hierauf das Stift Quedlinburg, | ||
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