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sagen:sagenundvolksmaehrchen30

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 Vater und Mutter jammerten, jedes für sich im Stillen, über dieß traurige Schicksal, härmten sich ab und grämten sich, daß ihre Freude so grausam verbittert worden. Doch, die Zeit, die alles lindert, alles ebnet, machte ihnen das Unglück zur Gewohnheit, und sie hatten das Töchterchen, das das einzige Kind blieb, recht herzlich lieb. Es wuchs gesund und schlank heran, und wurde ein recht feines und gutes Mädchen. Vater und Mutter jammerten, jedes für sich im Stillen, über dieß traurige Schicksal, härmten sich ab und grämten sich, daß ihre Freude so grausam verbittert worden. Doch, die Zeit, die alles lindert, alles ebnet, machte ihnen das Unglück zur Gewohnheit, und sie hatten das Töchterchen, das das einzige Kind blieb, recht herzlich lieb. Es wuchs gesund und schlank heran, und wurde ein recht feines und gutes Mädchen.
  
-Ottilie, so hieß sie, war ungefähr vierzehn Jahre alt, als sie – durch welchen Zufall, weiß man nicht – plötzlich das Augenlicht erhielt. Die Freude der Eltern darüber war grenzenlos. Große Pläne machten sie nun für Ottiliens künftiges Schicksal, suchten sich unter den benachbarten Edeln und Rittern des Landes einen stattlichen Schwiegersohn aus, oder setzten sie gar schon an die Seite eines Rheinfürsten.+[[vip:odilia|Ottilie]], so hieß sie, war ungefähr vierzehn Jahre alt, als sie – durch welchen Zufall, weiß man nicht – plötzlich das Augenlicht erhielt. Die Freude der Eltern darüber war grenzenlos. Große Pläne machten sie nun für Ottiliens künftiges Schicksal, suchten sich unter den benachbarten Edeln und Rittern des Landes einen stattlichen Schwiegersohn aus, oder setzten sie gar schon an die Seite eines Rheinfürsten.
  
 Nicht so Ottilie. Ihr früher Zustand hatte ihr einen Hang zur Schwärmerei, zum Religiösen gegeben, und einen ewigen Bund mit dem Himmel zu schließen, war ihr fester Entschluß. In der Erlangung ihres Gesichts gewahrte sie einen Fingerzeig Gottes, ihrem Vorsatze getreu bleiben zu müssen, und der stand denn auch felsenfest. Nicht so Ottilie. Ihr früher Zustand hatte ihr einen Hang zur Schwärmerei, zum Religiösen gegeben, und einen ewigen Bund mit dem Himmel zu schließen, war ihr fester Entschluß. In der Erlangung ihres Gesichts gewahrte sie einen Fingerzeig Gottes, ihrem Vorsatze getreu bleiben zu müssen, und der stand denn auch felsenfest.
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 Das Wunder ward bald bekannt im ganzen Lande. Man wallfahrtete nach der Stelle, trank von dem hellen Wasser, das sehr stärkend für schwache Augen war, und ein Einsiedler baute nicht weit davon sich eine Wohnung hin. Lange, lange pilgerte man nach dem Ottilienberge, der noch jetzt diesen Namen führt. Das Wunder ward bald bekannt im ganzen Lande. Man wallfahrtete nach der Stelle, trank von dem hellen Wasser, das sehr stärkend für schwache Augen war, und ein Einsiedler baute nicht weit davon sich eine Wohnung hin. Lange, lange pilgerte man nach dem Ottilienberge, der noch jetzt diesen Namen führt.
  
-//Quellen://  +//Quelle: [[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 212;//
-  * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 212;// +
-  * // [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottschalck_Sagen_und_Volksmaehrchen_der_Deutschen.pdf/251&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+
  
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sagen/sagenundvolksmaehrchen30.1706737981.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)