sagen:sagenundvolksmaehrchen30
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| + | ====== Der Ottiliensberg bei Freiberg ====== | ||
| + | Streifereien in einige Gegenden Deutschlands (von Klinger). | ||
| + | Mad. Naubert, in den neuen Volksmährchen der Deutschen 1r Bd. Lpz. 1789. 8., | ||
| + | hat diese Sage von S. 276 bis 361 romantisch bearbeitet. | ||
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| + | Im [[region: | ||
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| + | Vater und Mutter jammerten, jedes für sich im Stillen, über dieß traurige Schicksal, härmten sich ab und grämten sich, daß ihre Freude so grausam verbittert worden. Doch, die Zeit, die alles lindert, alles ebnet, machte ihnen das Unglück zur Gewohnheit, und sie hatten das Töchterchen, | ||
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| + | Nicht so Ottilie. Ihr früher Zustand hatte ihr einen Hang zur Schwärmerei, | ||
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| + | Da begab es sich, daß ein reicher Ritter des Gaues das schöne Fräulein lieb gewann. Oft sprach er bei den Eltern ein, um Ottilien näher kennen zu lernen, aber immer wußte diese sich unter irgend einem Vorwande zu entfernen. Das gefiel zwar Anfangs dem Ritter, er hielt es für jungfräuliche Züchtigkeit, | ||
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| + | Ottilie hatte eben ihr Abendgebet verrichtet, war frommen Herzens aus der Burgkapelle in ihr Kämmerlein zurückgekehrt, | ||
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| + | Da erhob sich die erschrockene Tochter von ihrem Sitze, schlug ein Kreuz, und sprach: | ||
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| + | „Ich bin schon eine Braut des Himmels, und kann nie eines Mannes Gattin werden. Dieß schwöre ich bei dem Heile meiner Seele!“ | ||
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| + | Da erzürnte sich der Vater und wurde heftig. Die Mutter weinte. Aber weder Bitten noch Drohungen halfen. Ottilie blieb fest entschlossen, | ||
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| + | Die arme Ottilie weinte. Ihrem Vorsatze getreu zu bleiben, war sie fest entschlossen, | ||
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| + | Als am Morgen in der Burg des Ritters schon alles wach und mit den Anstalten zum Hochzeitfeste beschäftigt war, da fehlte noch immer Ottilie. Und als sie noch immer fehlte, wie die Sonne schon hoch heraufgerückt war, da ging der Vater auf ihre Kammer, sie zu holen. Aber leer war es, das kleine Kämmerlein. Man suchte und suchte, man störte die ganze weitläufige Burg aus, aber nirgends war das Fräulein zu finden, auch nicht im Burggarten. Da wurde es allen glaubhaft, daß sie entflohen sey. Der Ritter ließ nun alle seine Mannen aufbieten, die Entflohene zu suchen. Alles setzte sich zu Pferde, und eilte nach allen Weltgegenden. Auch der Vater und der Bräutigam ritten aus, und nahmen ihren Weg nach der Stadt Offenburg im [[region: | ||
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| + | Schon begann der Tag sich zu neigen, als sie bei dieser Stadt einen Berg hinaufritten. Sie wollten von da die Gegend überschauen, | ||
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| + | Ottilie weinte, hob die Hände gen Himmel, und bat die lieben [[wesen: | ||
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| + | Weinend und trostlos kehrte der Vater heim, und nie sah er seine Ottilie wieder. | ||
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| + | Das Wunder ward bald bekannt im ganzen Lande. Man wallfahrtete nach der Stelle, trank von dem hellen Wasser, das sehr stärkend für schwache Augen war, und ein Einsiedler baute nicht weit davon sich eine Wohnung hin. Lange, lange pilgerte man nach dem Ottilienberge, | ||
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sagen/sagenundvolksmaehrchen30.1678281725.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
