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sagen:sagenundvolksmaehrchen27

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     Aus Hammelmann’s Oldenburgscher Chronik.     Aus Hammelmann’s Oldenburgscher Chronik.
  
-Einst lebte zu [[geo:Rastedt]], im Oldenburgischen, Graf Huno von Oldenburg, ein alter, braver Mann. An den Welthändeln nahm er keinen Antheil mehr, aber sein Sohn, Friedrich, war seine ganze Freude, und mit seiner Gemahlin Guella führte er ein einförmiges, gottseliges Leben.+Einst lebte zu [[geo:rastede|Rastedt]], im Oldenburgischen, Graf Huno [[familie:vonoldenburg|von Oldenburg]], ein alter, braver Mann. An den Welthändeln nahm er keinen Antheil mehr, aber sein Sohn, Friedrich, war seine ganze Freude, und mit seiner Gemahlin Guella führte er ein einförmiges, gottseliges Leben.
  
 Da schrieb einmal der [[vip:heinrichivhrr|Kaiser Heinrich]] einen Reichstag nach [[geo:Goslar]] aus. Alle Fürsten, Grafen und Herren des Reichs wurden dazu eingeladen, und auch Graf Huno. Aber der gute alte Mann blieb daheim. Er liebte die Ruhe, und ließ sich nicht gern in seinen gewöhnten Andachtsübungen stören. Da schrieb einmal der [[vip:heinrichivhrr|Kaiser Heinrich]] einen Reichstag nach [[geo:Goslar]] aus. Alle Fürsten, Grafen und Herren des Reichs wurden dazu eingeladen, und auch Graf Huno. Aber der gute alte Mann blieb daheim. Er liebte die Ruhe, und ließ sich nicht gern in seinen gewöhnten Andachtsübungen stören.
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 „Nun, so will ich reisen,“ sprach der alte Huno, „Gott wird mir ja beistehen.“ „Nun, so will ich reisen,“ sprach der alte Huno, „Gott wird mir ja beistehen.“
  
-In Begleitung seines Sohnes Friedrich reiste er nach [[geo:Goslar]]. Dieser junge rüstige Mann wurde hier aufgefordert, des Vaters [[typ:Unschuld]] durch einen Kampf mit einem Löwen zu beweisen; denn der [[typ:Löwe]] war des Kaisers Kämpfer.+In Begleitung seines Sohnes Friedrich reiste er nach [[geo:Goslar]]. Dieser junge rüstige Mann wurde hier aufgefordert, des Vaters Unschuld durch einen Kampf mit einem Löwen zu beweisen; denn der Löwe war des Kaisers Kämpfer.
  
-Der tief gebeugte Vater flehte zu Gott, daß er ihm, wie einst dem Abraham, seinen Sohn erhalten möge; und dann that er ein Gelübde, im Fall sein Friedrich siegen werde, zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria ein [[typ:Kloster]] zu stiften.+Der tief gebeugte Vater flehte zu Gott, daß er ihm, wie einst dem Abraham, seinen Sohn erhalten möge; und dann that er ein Gelübde, im Fall sein Friedrich siegen werde, zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria ein Kloster zu stiften.
  
 Friedrich ging muthvoll zum harten Kampfe. Sinnreich hatte er aber eine ausgestopfte männliche Figur mit sich genommen; die hielt er dem Löwen vor, und während das getäuschte Thier diese ergriff und zerriß, durchstieß ihn Friedrich, und verließ als Sieger die Schranken. Friedrich ging muthvoll zum harten Kampfe. Sinnreich hatte er aber eine ausgestopfte männliche Figur mit sich genommen; die hielt er dem Löwen vor, und während das getäuschte Thier diese ergriff und zerriß, durchstieß ihn Friedrich, und verließ als Sieger die Schranken.
  
-Mit offenen Armen empfing ihn der Kaiser, umgürtete ihn mit einem Kriegsgürtel, tauchte zwei seiner Finger in das warme [[typ:Blut]] des hinsterbenden Löwen, und machte damit zwei Striche auf des Grafen [[typ:Schild]]. „Das,“ sprach er, „sey zum ewigen Andenken deiner That das [[typ:Wappen]] deines Geschlechts, zwei rothe Balken im gelben Schilde!“+Mit offenen Armen empfing ihn der Kaiser, umgürtete ihn mit einem Kriegsgürtel, tauchte zwei seiner Finger in das warme Blut des hinsterbenden Löwen, und machte damit zwei Striche auf des Grafen Schild. „Das,“ sprach er, „sey zum ewigen Andenken deiner That das Wappen deines Geschlechts, zwei rothe Balken im gelben Schilde!“
  
-Nun beschenkte er ihn noch mit einem [[typ:ring|Ringe]] und mit verschiedenen bei der Stadt [[geo:Soest]] gelegenen Reichsgütern. Auch befreite er seine Grafschaft, welche bisher vom Reiche zu Lehn gegangen war, auf ewig von aller Lehnspflicht.+Nun beschenkte er ihn noch mit einem Ringe und mit verschiedenen bei der Stadt [[geo:Soest]] gelegenen Reichsgütern. Auch befreite er seine Grafschaft, welche bisher vom Reiche zu Lehn gegangen war, auf ewig von aller Lehnspflicht.
  
 Der alte Huno, seines Gelübdes eingedenk, stiftete das Kloster Rastedt. Den Degen, womit Friedrich den Löwen erlegte, hat man noch viele Jahrhunderte nachher in der Rüstkammer zu Oldenburg sehen können. Der alte Huno, seines Gelübdes eingedenk, stiftete das Kloster Rastedt. Den Degen, womit Friedrich den Löwen erlegte, hat man noch viele Jahrhunderte nachher in der Rüstkammer zu Oldenburg sehen können.
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 //Quellen://  //Quellen:// 
   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 194; //   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 194; //
-  * //[[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottschalck_Sagen_und_Volksmaehrchen_der_Deutschen.pdf/233&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
  
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