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sagen:sagenundvolksmaehrchen19

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     Aus Müller’s Frühlingsreise aus der Priegnitz nach Thüringen, 1ster Th. 1795. S. 4.     Aus Müller’s Frühlingsreise aus der Priegnitz nach Thüringen, 1ster Th. 1795. S. 4.
  
-Zur Entstehung der meisten Klöster und Stifter gab sehr häufig der Aberglaube des Volks, den die nimmersatte Klerisei jener Zeit zu benutzen wußte, die Veranlassung. Wo eine ungewöhnliche Naturerscheinung vorfiel, wo eine menschliche Handlung einen Anstrich von übernatürlicher Kraft zu haben schien, da war die Geistlichkeit bei der Hand, den Anschein zur Gewißheit zu erheben, hinzuzusetzen was noch fehlte, und das Volk zu täuschen, um es zur Spende oder zur Errichtung eines neuen Aufenthalts des Wohllebens für sie zu veranlassen. Die Geschichte der Klöster liefert hierzu Belege in Menge. Auch das Stift zum heiligen Grabe bei [[geo:wittstockdosse|Wittstock]] in der [[region:prignitz|Priegnitz]] entstand auf diese Weise. Das Volk erzählt davon folgende Sage:+Zur Entstehung der meisten Klöster und Stifter gab sehr häufig der Aberglaube des Volks, den die nimmersatte Klerisei jener Zeit zu benutzen wußte, die Veranlassung. Wo eine ungewöhnliche Naturerscheinung vorfiel, wo eine menschliche Handlung einen Anstrich von übernatürlicher Kraft zu haben schien, da war die Geistlichkeit bei der Hand, den Anschein zur Gewißheit zu erheben, hinzuzusetzen was noch fehlte, und das Volk zu täuschen, um es zur Spende oder zur Errichtung eines neuen Aufenthalts des Wohllebens für sie zu veranlassen. Die Geschichte der Klöster liefert hierzu Belege in Menge. Auch das [[kirche:stiftzumheiligengrabe|Stift zum heiligen Grabe]] bei [[geo:wittstockdosse|Wittstock]] in der [[region:prignitz|Priegnitz]] entstand auf diese Weise. Das Volk erzählt davon folgende Sage:
  
 Im Dorfe Techow fand sich einmal den Freitag nach dem [[zeit:himmelfahrt|Himmelfahrtsfeste]] ein Jude aus [[geo:Freiberg]] in [[land:Sachsen]] ein. Da ihn die Nacht übereilt hatte, so blieb er im Gasthofe. In der Mitternachtsstunde erbrach er aber die Kirche des Dorfs, und stahl die geheiligte Monstranz sammt der darin befindlichen Hostie. Zwar eilte er gleich mit der Beute fort, war aber kaum einige hundert Schritte vom Dorfe, so konnte er nicht von der Stelle. Er setzte sich unter einer Eiche nieder, zerrieb vor Angst die Hostie, und grub sie zwischen einem Galgen und einem dabei stehenden Pfahle mit einem Rade in die Erde. Nun konnte er zwar wieder fortgehen, aber seine Hände waren voll Blut. Im Dorfe Techow fand sich einmal den Freitag nach dem [[zeit:himmelfahrt|Himmelfahrtsfeste]] ein Jude aus [[geo:Freiberg]] in [[land:Sachsen]] ein. Da ihn die Nacht übereilt hatte, so blieb er im Gasthofe. In der Mitternachtsstunde erbrach er aber die Kirche des Dorfs, und stahl die geheiligte Monstranz sammt der darin befindlichen Hostie. Zwar eilte er gleich mit der Beute fort, war aber kaum einige hundert Schritte vom Dorfe, so konnte er nicht von der Stelle. Er setzte sich unter einer Eiche nieder, zerrieb vor Angst die Hostie, und grub sie zwischen einem Galgen und einem dabei stehenden Pfahle mit einem Rade in die Erde. Nun konnte er zwar wieder fortgehen, aber seine Hände waren voll Blut.
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   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 128; //   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 128; //
-  * //[[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottschalck_Sagen_und_Volksmaehrchen_der_Deutschen.pdf/167&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
  
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sagen/sagenundvolksmaehrchen19.1706564462.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)