sagen:sagenundvolksmaehrchen19
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| Aus Müller’s Frühlingsreise aus der Priegnitz nach Thüringen, 1ster Th. 1795. S. 4. | Aus Müller’s Frühlingsreise aus der Priegnitz nach Thüringen, 1ster Th. 1795. S. 4. | ||
| - | Zur Entstehung der meisten | + | Zur Entstehung der meisten Klöster und Stifter gab sehr häufig der Aberglaube des Volks, den die nimmersatte Klerisei jener Zeit zu benutzen wußte, die Veranlassung. Wo eine ungewöhnliche Naturerscheinung vorfiel, wo eine menschliche Handlung einen Anstrich von übernatürlicher Kraft zu haben schien, da war die Geistlichkeit bei der Hand, den Anschein zur Gewißheit zu erheben, hinzuzusetzen was noch fehlte, und das Volk zu täuschen, um es zur Spende oder zur Errichtung eines neuen Aufenthalts des Wohllebens für sie zu veranlassen. Die Geschichte der Klöster liefert hierzu Belege in Menge. Auch das [[kirche: |
| - | Im Dorfe Techow fand sich einmal den Freitag nach dem [[zeit: | + | Im Dorfe Techow fand sich einmal den Freitag nach dem [[zeit: |
| - | Unterdessen war in Techow der Kirchenraub entdeckt worden, und der Verdacht fiel gleich auf den Juden. Es wurde ihm nachgesetzt, | + | Unterdessen war in Techow der Kirchenraub entdeckt worden, und der Verdacht fiel gleich auf den Juden. Es wurde ihm nachgesetzt, |
| - | Heinrich II. (aus der Schulenburgischen Familie) trat im Jahre 1270 seine Regierung als Bischof an. Da seine Stiftskirche in Havelberg 1279 von den Magdeburgern in Brand gesteckt worden war, so verlegte er seinen Sitz nach Wittstock. Als er nun einmal nach Pritzwalk ritt, überfiel ihn in der Gegend, wo sich die Geschichte mit dem Juden zugetragen hatte, eine heftige Krankheit. Man mußte ihn vom Pferde heben und auf die Erde legen. Er rief das heilige Sacrament an, that ein Gelübde, es fleißig zu besuchen, und – ward gesund. | + | Heinrich II. (aus der Schulenburgischen Familie) trat im Jahre 1270 seine Regierung als Bischof an. Da seine Stiftskirche in [[geo:Havelberg]] 1279 von den Magdeburgern in Brand gesteckt worden war, so verlegte er seinen Sitz nach [[geo: |
| Ein anderes Mal, als er dieß Mirakel von der Kanzel verkündigen wollte, sah er über der Grube, wo die Hostie gelegen hatte, den Himmel offen. Er weinte, und ließ durch seinen Kapellan diese Begebenheit dem Volke bekannt machen. Darauf baute er an dem Orte eine Kapelle, die noch steht. Auch zwang er den Pfarrer in Pritzwalk, die berühmte Hostie, die er in Verwahrung hatte, auszuliefern, | Ein anderes Mal, als er dieß Mirakel von der Kanzel verkündigen wollte, sah er über der Grube, wo die Hostie gelegen hatte, den Himmel offen. Er weinte, und ließ durch seinen Kapellan diese Begebenheit dem Volke bekannt machen. Darauf baute er an dem Orte eine Kapelle, die noch steht. Auch zwang er den Pfarrer in Pritzwalk, die berühmte Hostie, die er in Verwahrung hatte, auszuliefern, | ||
| - | Der Bischof wollte nun hier ein Nonnenkloster stiften. Er suchte dazu die Einwilligung des Markgrafen Otto des Langen von Brandenburg zu erhalten; allein diesem riethen seine Hofleute, lieber ein Jagdschloß dahin zu bauen, und das sollte auch geschehen. Doch ein neues Wunder vereitelte diesen Plan. | + | Der Bischof wollte nun hier ein Nonnenkloster stiften. Er suchte dazu die Einwilligung des [[vip: |
| Otto reiste nämlich an den Ort, wo das Jagdschloß hinkommen sollte. Als er nun unterwegs im Dorfe Mankauß sich zum Essen niedergesetzt hatte, siehe, da verwandelten sich die aufgetragenen Speisen zu zweien Malen in eine blutrothe Farbe. Da gab er sogleich den Plan zu dem Jagdschlosse auf, und nahm sich vor, nun selbst ein Kloster auf dieser Stelle zu erbauen. Dieser Entschluß erhielt dadurch noch mehr Festigkeit, daß ihm des Nachts eine Stimme vom Himmel zurief: „Baue hier ein Jungfrauenkloster Zisterzienser-Ordens, | Otto reiste nämlich an den Ort, wo das Jagdschloß hinkommen sollte. Als er nun unterwegs im Dorfe Mankauß sich zum Essen niedergesetzt hatte, siehe, da verwandelten sich die aufgetragenen Speisen zu zweien Malen in eine blutrothe Farbe. Da gab er sogleich den Plan zu dem Jagdschlosse auf, und nahm sich vor, nun selbst ein Kloster auf dieser Stelle zu erbauen. Dieser Entschluß erhielt dadurch noch mehr Festigkeit, daß ihm des Nachts eine Stimme vom Himmel zurief: „Baue hier ein Jungfrauenkloster Zisterzienser-Ordens, | ||
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