sagen:sagenundvolksmaehrchen13
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| + | ====== Die Erzminen Annaberg' | ||
| + | Die Sage von Annaberg ist aus dem 200ten Stück der Zeit. f. d. elegante Welt v. 1811, | ||
| + | aus der sie auch in die Büschingsche Sammlung, 1e Abth. S. 183, aufgenommen wurde. | ||
| + | Die vom Rammelsberge theilen alle Harzchroniken mit, namentlich: Honemann in seinen | ||
| + | Alterthümern des Harzes, Clausthal 1754, 1r Th. S. 23; | ||
| + | Engelhaus in seiner Chronik, S. 176; Leibnitz Script. Brunsuic. Tom. III. cap. 15. S. 426, | ||
| + | und andere mehr. | ||
| + | Ueber das historisch Wahre darin ist viel dafür und dagegen gesagt worden. An einem | ||
| + | entscheidenden Resultate fehlt es aber noch. | ||
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| + | Die Entdeckung der Erzminen [[geo: | ||
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| + | Es lebte einmal ein armer Bergmann, mit Namen Daniel Knappe. Er hatte Weib und Kind, liebte sie sehr, war aber nicht vermögend, sie mit seinen Händen zu ernähren. Er arbeitete zwar rastlos und betete, doch seiner Noth war kein Ende. So hoch aber auch sein Unglück stieg, so wich und wankte sein Glaube doch nicht. | ||
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| + | Da erschien ihm eines Nachts ein [[wesen: | ||
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| + | „Geh’ hin und suche in der tiefsten Tiefe des Waldes den Baum auf, in dessen Zweigen silberne Eier ruhen. Du wirst ihn erkennen an seiner Größe; denn kein Baum im ganzen Walde kann sich ihm vergleichen.“ | ||
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| + | Daniel erwachte, fühlte sich gestärkt, und als der Morgen kaum graute, eilte er in den Wald, den Baum zu suchen. Tief drang er ein in das verworrenste Dickicht, wo vielleicht noch kein menschlicher Fuß gewesen war, und fand endlich den hohen gewaltigen Baum. Aber keine silbernen Eier konnte er erspähen, so sehr er sich auch mühte, Zweig für Zweig mit den Augen zu durchsuchen. | ||
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| + | Traurig und ganz niedergeschlagen, | ||
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| + | „Gott ist hülfreich und wahrhaft, wo du auch keinen Ausweg siehst. Der Baum hat auch Zweige in der Erde. Dir sey geholfen um deiner Treue und Liebe willen!“ | ||
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| + | Der Engel verschwand; aber Hoffnung und Muth stärkte den armen Bergmann, und er grub am Fuße des Baumes. | ||
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| + | Von seinen Wurzeln durchflochten, | ||
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| + | Annaberg, das freundliche Städtchen, erhob sich hierauf in dieser waldigen Gegend, und ergiebige Bergwerke umher. Den 21sten des Herbstmonds im Jahre 1496 legte [[vip: | ||
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| + | Die Erzminen um Goslar am Harz, und besonders die reichen bis auf unsere Tage noch immer ergiebigen Bergwerke des bei dieser Stadt gelegenen [[region: | ||
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| + | Er theilte seinem Herrn, dem Kaiser, die gemachte Entdeckung mit, worauf dieser aus Frankenland Bergleute kommen ließ, die den Bergbau hier einrichten mußten. Zur Erhaltung des Andenkens an Ramm bekam der Berg den Namen Rammelsberg, | ||
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