sagen:sagenundvolksmaehrchen12
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| - | Das Kind hatte sich durch immer schönere Blumen immer tiefer in den Wald locken lassen, war in ein finsteres Thal, durch das kein Weg führte, und endlich zu einer Köhlerhütte gekommen. Hier hatte es sich vor der Thür hingesetzt, und flocht eben mit seinen zarten Fingerchen einen [[typ: | + | Das Kind hatte sich durch immer schönere Blumen immer tiefer in den Wald locken lassen, war in ein finsteres Thal, durch das kein Weg führte, und endlich zu einer Köhlerhütte gekommen. Hier hatte es sich vor der Thür hingesetzt, und flocht eben mit seinen zarten Fingerchen einen Blumenkranz, |
| - | So fanden es endlich nach mehrern Tagen einige Einwohner des unter Questenberg liegenden Dorfes Finsterberg. Groß war ihre Freude. Jubelnd nahmen sie das Kind auf, banden den Blumenkranz, | + | So fanden es endlich nach mehrern Tagen einige Einwohner des unter Questenberg liegenden Dorfes Finsterberg. Groß war ihre Freude. Jubelnd nahmen sie das Kind auf, banden den Blumenkranz, |
| - | Hier saß indessen der trauernde Vater, und härmte sich ab und weinte. Alle Hoffnung hatte er schon aufgegeben, alle Freude wollte von ihm schwinden, da tönte mit einem Male das fröhliche Geschrei aus der Ferne zu ihm herauf. Er stürzte die Treppen hinab, zum Burgthore hinaus, und, ach! da hing die kleine Jutta an seinem Halse. Alles weinte vor Freude, alles jubelte mit [[typ: | + | Hier saß indessen der trauernde Vater, und härmte sich ab und weinte. Alle Hoffnung hatte er schon aufgegeben, alle Freude wollte von ihm schwinden, da tönte mit einem Male das fröhliche Geschrei aus der Ferne zu ihm herauf. Er stürzte die Treppen hinab, zum Burgthore hinaus, und, ach! da hing die kleine Jutta an seinem Halse. Alles weinte vor Freude, alles jubelte mit Thränen im Auge, und das Entzücken des glücklichen Vaters war unbeschreiblich. Die hohe Stange mit dem Blumenkranze wurde im Burghofe aufgepflanzt, |
| - | Zum dankbaren Andenken schenkte der Vater den Einwohnern von Finsterberg einen Strich Waldes, und denen von Roda, das ihm auch gehörte, den Holzfleck, wo sein Kind vor der Köhlerhütte gefunden war((Das Holz ist später ausgerodet und in eine Wiese verwandelt worden, die noch jetzt die Fräuleinwiese heißt und zu den Grundstücken des Predigers in Roda gehört)). Ferner gab er, veranlaßt durch die Blumenquasten, | + | Zum dankbaren Andenken schenkte der Vater den Einwohnern von Finsterberg einen Strich Waldes, und denen von Roda, das ihm auch gehörte, den Holzfleck, wo sein Kind vor der Köhlerhütte gefunden war((Das Holz ist später ausgerodet und in eine Wiese verwandelt worden, die noch jetzt die Fräuleinwiese heißt und zu den Grundstücken des Predigers in [[geo: |
| - | Seitdem hieß und heißt noch die Burg und das Dorf: [[geo: | + | Seitdem hieß und heißt noch die Burg und das Dorf: Questenberg, |
| So wird, wie gesagt, noch jetzt jährlich das Fest gefeiert, nur mit der Abänderung, | So wird, wie gesagt, noch jetzt jährlich das Fest gefeiert, nur mit der Abänderung, | ||
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| Es giebt aber auch noch andere Sagen von Questenberg, | Es giebt aber auch noch andere Sagen von Questenberg, | ||
| - | Im dreißigjährigen Kriege flüchteten die Anwohner ihr Geld und ihre Habseligkeiten auf die Burg Questenberg, | + | Im [[zeit: |
| „Nimm eins der Goldstücke, | „Nimm eins der Goldstücke, | ||
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| Zerstörte und zerfallene Burgen und Klöster wurden von jeher von Schatzgräbern durchwühlt, | Zerstörte und zerfallene Burgen und Klöster wurden von jeher von Schatzgräbern durchwühlt, | ||
| - | „Nicht euch sind diese Reichthümer beschieden, und nie könnt ihr sie nehmen. Das Schicksal bestimmt sie einem Grafen von Stolberg, der zweierlei Augen haben wird. Diesem allein darf ich sie übergeben; aber, bis dieser kommt, schützt sie mein mächtiger Arm gegen jeden Angriff. Fort mit euch!“ | + | „Nicht euch sind diese Reichthümer beschieden, und nie könnt ihr sie nehmen. Das Schicksal bestimmt sie einem Grafen von [[geo: |
| Voll Angst und Entsetzung eilten die Jesuiten hinaus und den Berg hinab; doch erzählten sie die wunderbare Begebenheit und wiederholten die seltsamen Worte des bewachenden Geistes. | Voll Angst und Entsetzung eilten die Jesuiten hinaus und den Berg hinab; doch erzählten sie die wunderbare Begebenheit und wiederholten die seltsamen Worte des bewachenden Geistes. | ||
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| Ein Graf Stolberg mit zweierlei Augen ist noch nicht geboren worden, der Schatz also noch vorhanden. Gesehen haben aber den großen Braukessel viele Menschen, und noch vor vierzig Jahren hat ein Bauer aus Questenberg den Geist dabei stehen sehen, der, wie er ihn beschreibt, wie mit Kankergespinnst überzogen gewesen sey. | Ein Graf Stolberg mit zweierlei Augen ist noch nicht geboren worden, der Schatz also noch vorhanden. Gesehen haben aber den großen Braukessel viele Menschen, und noch vor vierzig Jahren hat ein Bauer aus Questenberg den Geist dabei stehen sehen, der, wie er ihn beschreibt, wie mit Kankergespinnst überzogen gewesen sey. | ||
| - | Auch die schöne Wunderblume, | + | Auch die schöne |
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