sagen:sagenundvolksmaehrchen09
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| ====== Graf Helias von Cleve und Jungfer Beatricia ====== | ====== Graf Helias von Cleve und Jungfer Beatricia ====== | ||
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| C. Abel, Samml. etlicher noch nicht gedruckter alter Chroniken. Braunschw. 1732. S. 54. | C. Abel, Samml. etlicher noch nicht gedruckter alter Chroniken. Braunschw. 1732. S. 54. | ||
| - | In [[geo:Rom]] war im Jahre nach Christi Geburt 709 ein edler streitbarer Mann, der hieß Dietrich von dem Geschlechte der Ursine. Dem gab der Kaiser | + | In [[geo:Rom]] war im Jahre nach Christi Geburt 709 ein edler streitbarer Mann, der hieß Dietrich von dem Geschlechte der Ursine. Dem gab der Kaiser Justinian, mit Zustimmung des Königs in Frankreich, [[vip: |
| - | Als Dietrich nun so zu Nymwegen wohnte, baute er eine Festung in Westsachsen auf dem Anger, die hieß hernach [[geo: | + | Als Dietrich nun so zu Nymwegen wohnte, baute er eine Festung in Westsachsen auf dem Anger, die hieß hernach [[geo: |
| - | Aber ihr Land ward bald voll von [[typ: | + | Aber ihr Land ward bald voll von Räubern, die es plünderten und verheerten; denn sie war zu schwach, es davon zu säubern. Darüber betrübte sie sich sehr, und war traurig, daß ihre armen Leute so geplagt wurden. |
| - | Eines Tages saß sie auf der Burg zu Nymwegen am Fenster, und sah ganz niedergeschlagen auf die blauen Wellen des [[region: | + | Eines Tages saß sie auf der Burg zu Nymwegen am Fenster, und sah ganz niedergeschlagen auf die blauen Wellen des [[region: |
| - | Dicht unter den Mauern von Nymwegen hielt das [[typ:Schiff]], und der schöne Jüngling begehrte die holde [[typ:Jungfrau]] von Cleve zu sprechen. | + | Dicht unter den Mauern von Nymwegen hielt das Schiff, und der schöne Jüngling begehrte die holde Jungfrau von Cleve zu sprechen. |
| - | Beatricia kam züchtiglich und ehrbar herab an das Ufer. Ihr war das eine Schickung Gottes; denn oft schon war es ihr im [[typ: | + | Beatricia kam züchtiglich und ehrbar herab an das Ufer. Ihr war das eine Schickung Gottes; denn oft schon war es ihr im Traume vorgekommen, |
| (Beiläufig sey es gesagt – die Historienschreiber meinen, der Jüngling Helias sey gekommen aus dem Berge Grale, wie man nannte ein Festspiel, worauf es herging lustig und liederlich, so daß er also ein Kind der Liebe zu nennen sey.) | (Beiläufig sey es gesagt – die Historienschreiber meinen, der Jüngling Helias sey gekommen aus dem Berge Grale, wie man nannte ein Festspiel, worauf es herging lustig und liederlich, so daß er also ein Kind der Liebe zu nennen sey.) | ||
| - | So waren nun also Helias und Beatrica Mann und Weib. Sie zählten in vier Jahren drei Söhne. Der eine hieß Dietrich, der ward des Vaters Nachfolger im Lande; der zweite hieß Gottfried, und wurde ein Graf von Lyon; der dritte hieß Konrad, der kam zum [[typ:Bischof]] nach [[geo: | + | So waren nun also Helias und Beatrica Mann und Weib. Sie zählten in vier Jahren drei Söhne. Der eine hieß Dietrich, der ward des Vaters Nachfolger im Lande; der zweite hieß Gottfried, und wurde ein Graf von Lyon; der dritte hieß Konrad, der kam zum Bischof nach [[geo: |
| - | Kaiser | + | Kaiser Theodosius machte aus diesem Helias einen Grafen, und aus seinem Lande eine Grafschaft, die er ein und zwanzig Jahre regierte. Da brach seine Frau ihr Versprechen, |
| - | Es war nämlich im Jahre 737, als Graf Helias bei seiner Ehefrau Beatricia im [[typ:Bette]] lag. Da fragte sie ihn mit einem Male und ohne es vorher zu überlegen, und sprach: | + | Es war nämlich im Jahre 737, als Graf Helias bei seiner Ehefrau Beatricia im Bette lag. Da fragte sie ihn mit einem Male und ohne es vorher zu überlegen, und sprach: |
| - | „Lieber Herr, warum müssen eure Kinder das nicht wissen, wo sie sind hergekommen, | + | „Lieber Herr, warum müssen eure Kinder das nicht wissen, wo sie sind hergekommen, |
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