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sagen:sagenundvolksmaehrchen05

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-[[buch:sagenundvolksmaehrchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]] | +**[[buch:sagenundvolksmaehrchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]]** | 
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 ====== Das Oldenburgsche Wunderhorn ====== ====== Das Oldenburgsche Wunderhorn ======
  
-    Freie romantische Bearbeitungen dieser Sage findet man in dem 2ten Bande der +    Freie romantische Bearbeitungen dieser Sage findet man im 2ten Bande der neuen Volksmährchen der  
-    neuen Volksmährchen der Deutschen, von Mad. N a u b e r t , Leipz. 1790. 8. S. 221 bis +    Deutschen, von Mad. Naubert , Leipz. 1790 S. 221 bis 352,  
-    352, und in den Volkssagen, 1r Band, Eisenach 1795. 8. S. 63-124. B ü s c h i n g giebt es +    und in den Volkssagen, 1r Band, Eisenach 1795 S. 63-124 
-    S. 380 in altem Styl, und so auch: Die Werke des Teufels auf dem Erdboden, Freiburg +    Büsching giebt es S. 380 in altem Styl, und so auch: Die Werke des Teufels auf dem  
-    1751. 8. S. 248.+    Erdboden, Freiburg 1751 S. 248
  
-Im eilften Jahrhunderte lebte Otto, Graf von Oldenburg, ein großer Freund der [[typ:Jagd]].+Im eilften Jahrhunderte lebte Otto, Graf [[familie:vonoldenburg|von Oldenburg]], ein großer Freund der Jagd.
  
-Einst verirrte er sich bei einer Rehhetze von seinem Gefolge bis in den Osenberg, eine öde Sandgegend, eine Meile von [[geo:Oldenburg]]. Es war um Mittag, die Sonne brannte gewaltig, und Otto war ganz [[typ:durst|verschmachtet]]. Der Wunsch zu trinken ward heftig in ihm rege, und unwillkürlich rief er so für sich aus:+Einst verirrte er sich bei einer Rehhetze von seinem Gefolge bis in den Osenberg, eine öde Sandgegend, eine Meile von [[geo:Oldenburg]]. Es war um Mittag, die Sonne brannte gewaltig, und Otto war ganz verschmachtet. Der Wunsch zu trinken ward heftig in ihm rege, und unwillkürlich rief er so für sich aus:
  
 „O hätt’ ich einen kühlen Wassertrunk!“ „O hätt’ ich einen kühlen Wassertrunk!“
  
-Und siehe, da that sich vor ihm der Berg auf, und hervor trat eine schöne [[typ:Jungfrau]] in herrlichem Gewande. Den blendend weißen Nacken wallte ihr [[typ:Haar]] hinab, und ein [[typ:Kranz]] zierte ihr Haupt. In der Hand hielt sie ein köstlich silber-vergoldetes Geschirr, wie ein [[typ:horn|Jägerhorn]] gestaltet und gar künstlich gearbeitet, das war mit [[typ:Wasser]] angefüllt.+Und siehe, da that sich vor ihm der Berg auf, und hervor trat eine schöne Jungfrau in herrlichem Gewande. Den blendend weißen Nacken wallte ihr Haar hinab, und ein Kranz zierte ihr Haupt. In der Hand hielt sie ein köstlich silber-vergoldetes Geschirr, wie ein Jägerhorn gestaltet und gar künstlich gearbeitet, das war mit Wasser angefüllt.
  
 „Du bist durstig,“ sprach sie zum Grafen, „da, trinke, labe dich!“ „Du bist durstig,“ sprach sie zum Grafen, „da, trinke, labe dich!“
  
-Dabei reichte sie ihm das [[typ:Horn]] hin. Otto nahm es, sah das Wasser an, getraute sich aber nicht zu trinken, so gern er auch den brennenden [[typ:Durst]] gelöscht hätte.+Dabei reichte sie ihm das Horn hin. Otto nahm es, sah das Wasser an, getraute sich aber nicht zu trinken, so gern er auch den brennenden Durst gelöscht hätte.
  
 „Scheue nicht den Trunk!“ sprach sie, „er wird dir nicht schaden. Trinkst du, dann wird es wohl gehen dir und deinem Hause, dein Land wird zunehmen und ein Gedeihen haben. Trinkst du nicht, dann wird – das wisse! – Uneinigkeit zerrütten dein Geschlecht.“ „Scheue nicht den Trunk!“ sprach sie, „er wird dir nicht schaden. Trinkst du, dann wird es wohl gehen dir und deinem Hause, dein Land wird zunehmen und ein Gedeihen haben. Trinkst du nicht, dann wird – das wisse! – Uneinigkeit zerrütten dein Geschlecht.“
  
-Aber Otto mißtraute der Rede der schönen Dirne, trank nicht, und goß das Horn hinter sich aus. Sein [[typ:Pferd]] wurde davon etwas naß, und Otto gewahrte mit [[typ:schreck|Schrecken]], daß im Augenblick da, wo es naß geworden, die [[typ:haar|Haare]] wie weggebeizt verschwanden. Erboßt rief die [[typ:Jungfrau]]:+Aber Otto mißtraute der Rede der schönen Dirne, trank nicht, und goß das Horn hinter sich aus. Sein Pferd wurde davon etwas naß, und Otto gewahrte mit Schrecken, daß im Augenblick da, wo es naß geworden, die Haare wie weggebeizt verschwanden. Erboßt rief die Jungfrau:
  
 „Gieb mir mein Horn zurück!“ „Gieb mir mein Horn zurück!“
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 //Quellen://  //Quellen:// 
   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 32; //   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 32; //
-  * //[[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottschalck_Sagen_und_Volksmaehrchen_der_Deutschen.pdf/71&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
  
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