sagen:sagenundvolksmaehrchen05
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| ====== Das Oldenburgsche Wunderhorn ====== | ====== Das Oldenburgsche Wunderhorn ====== | ||
| - | Freie romantische Bearbeitungen dieser Sage findet man in dem 2ten Bande der | + | Freie romantische Bearbeitungen dieser Sage findet man im 2ten Bande der neuen Volksmährchen der |
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| - | | + | Büsching |
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| - | Im eilften Jahrhunderte lebte Otto, Graf von Oldenburg, ein großer Freund der Jagd. | + | Im eilften Jahrhunderte lebte Otto, Graf [[familie: |
| - | Einst verirrte er sich bei einer Rehhetze von seinem Gefolge bis in den Osenberg, eine öde Sandgegend, eine Meile von Oldenburg. Es war um Mittag, die Sonne brannte gewaltig, und Otto war ganz verschmachtet. Der Wunsch zu trinken ward heftig in ihm rege, und unwillkürlich rief er so für sich aus: | + | Einst verirrte er sich bei einer Rehhetze von seinem Gefolge bis in den Osenberg, eine öde Sandgegend, eine Meile von [[geo:Oldenburg]]. Es war um Mittag, die Sonne brannte gewaltig, und Otto war ganz verschmachtet. Der Wunsch zu trinken ward heftig in ihm rege, und unwillkürlich rief er so für sich aus: |
| „O hätt’ ich einen kühlen Wassertrunk!“ | „O hätt’ ich einen kühlen Wassertrunk!“ | ||
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| Aber der erschrockene Otto gab seinem Pferde die Sporen, und eilte mit dem Horne davon. Er gelangte glücklich wieder zu den Seinigen, erzählte ihnen das wunderbare Ereigniß, und verordnete, daß das Horn zum ewigen Andenken als ein kostbares Kleinod bei seiner Familie aufbewahrt bleiben solle. | Aber der erschrockene Otto gab seinem Pferde die Sporen, und eilte mit dem Horne davon. Er gelangte glücklich wieder zu den Seinigen, erzählte ihnen das wunderbare Ereigniß, und verordnete, daß das Horn zum ewigen Andenken als ein kostbares Kleinod bei seiner Familie aufbewahrt bleiben solle. | ||
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| + | //Dieß Wunderhorn ist, bis zur dänischen Besitznahme der Grafschaft Oldenburg, in Oldenburg wirklich verwahrt worden. Da kam es nach Kopenhagen, wo es noch jetzt in der Kunstkammer gezeigt wird. Abbildungen davon giebt es in dem Welt- und Staats-Theatro 1749, und in Hammelmann’s Oldenburgscher Chronik, welche dieß Mährchen erzählen. Es sind auch noch verschiedene kleine Schriften darüber erschienen, nach welchen es für ein Pathengeschenk Karls des Großen an Wittekind gehalten wird. Andere schreiben es dem dänischen Könige Christian dem Ersten, Andere dessen Bruder Gerhard zu.// | ||
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