Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:sagenundvolksmaehrchen04

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:sagenundvolksmaehrchen04 [2023/03/08 15:00] ewuschsagen:sagenundvolksmaehrchen04 [2025/01/30 17:57] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
 [[sagen:sagenundvolksmaehrchen03|<<< zurück ]] |  [[sagen:sagenundvolksmaehrchen03|<<< zurück ]] | 
-[[buch:sagenundvolksmaehrchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]] | +**[[buch:sagenundvolksmaehrchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]]** 
 [[sagen:sagenundvolksmaehrchen05| weiter >>>]] [[sagen:sagenundvolksmaehrchen05| weiter >>>]]
  
Zeile 16: Zeile 16:
 Einst tanzten hier, am zweiten Vorabend der Hochzeit einer reich ausgestatteten Braut, viele geladene Jungfrauen, bis spät in die Nacht, welche der Vollmond erhellte. Gegen Mitternacht brach die jubelnde Schaar auf, um tanzend und singend heim zu kehren. Doch nicht alle der Geladenen kehrten zurück. Zwei der blühendsten Dirnen wurden in den elterlichen Häusern vermißt, und fanden sich, alles heimlichen Forschens und Suchens ungeachtet, nicht wieder. Nach einigen Stunden vergeblichen Harrens verbreitete sich Bestürzung über viele benachbarte Häuser, und die Sorge hielt manches weinende Auge wach. Auch die Rache entbrannte; denn Viele ahndeten schon, durch ähnliche Unbildung dazu berechtigt, eine, unter Begünstigung der Nacht und des Freudetaumels, verübte Entführung. Einst tanzten hier, am zweiten Vorabend der Hochzeit einer reich ausgestatteten Braut, viele geladene Jungfrauen, bis spät in die Nacht, welche der Vollmond erhellte. Gegen Mitternacht brach die jubelnde Schaar auf, um tanzend und singend heim zu kehren. Doch nicht alle der Geladenen kehrten zurück. Zwei der blühendsten Dirnen wurden in den elterlichen Häusern vermißt, und fanden sich, alles heimlichen Forschens und Suchens ungeachtet, nicht wieder. Nach einigen Stunden vergeblichen Harrens verbreitete sich Bestürzung über viele benachbarte Häuser, und die Sorge hielt manches weinende Auge wach. Auch die Rache entbrannte; denn Viele ahndeten schon, durch ähnliche Unbildung dazu berechtigt, eine, unter Begünstigung der Nacht und des Freudetaumels, verübte Entführung.
  
-Und ihre Ahndung betrog sie nicht. – Einige Knappen des Burgherrn auf Arnstein hatten Kunde bekommen von diesem ländlichen Feste, und, um sich und ihrem Herrn einen Scherz nach ihrer Sitte zu bereiten, hatten sie, versteckt in dem Dickicht, welches die Tanzwiese begränzte, zwei der Tänzerinnen, die während des lärmenden Aufbruchs sich etwas von ihren Gespielen entfernt hatten, geraubt, und sie auf Umwegen in das nahe Harzgebirge geführt, um sie, zur ersehenen Zeit, unbemerkt in die Raubburg zu bringen.+Und ihre Ahndung betrog sie nicht. – Einige Knappen des Burgherrn auf Arnstein hatten Kunde bekommen von diesem ländlichen Feste, und, um sich und ihrem Herrn einen Scherz nach ihrer Sitte zu bereiten, hatten sie, versteckt in dem Dickicht, welches die Tanzwiese begränzte, zwei der Tänzerinnen, die während des lärmenden Aufbruchs sich etwas von ihren Gespielen entfernt hatten, geraubt, und sie auf Umwegen in das nahe [[region:harz|Harzgebirge]] geführt, um sie, zur ersehenen Zeit, unbemerkt in die Raubburg zu bringen.
  
 Kaum blickte die Sonne auf, so versammelten sich viele der Bürger, welche die Nacht angstvoll durchwacht hatten, vor den Thüren ihrer Häuser, um mit den aufgeschreckten Nachbaren Rath zu pflegen, was zu thun sey. Ein heimlich ausgeschickter und mit der Morgenröthe heimkehrender Späher hatte nur zu sehr die Vermuthung einer gewaltsamen Entführung bestätigt, ob er gleich die Spur der Räuber im Gebirge verloren hatte, und es nur ahndete, daß sie auf dem Arnstein hauseten. Kaum blickte die Sonne auf, so versammelten sich viele der Bürger, welche die Nacht angstvoll durchwacht hatten, vor den Thüren ihrer Häuser, um mit den aufgeschreckten Nachbaren Rath zu pflegen, was zu thun sey. Ein heimlich ausgeschickter und mit der Morgenröthe heimkehrender Späher hatte nur zu sehr die Vermuthung einer gewaltsamen Entführung bestätigt, ob er gleich die Spur der Räuber im Gebirge verloren hatte, und es nur ahndete, daß sie auf dem Arnstein hauseten.
Zeile 44: Zeile 44:
 //Quellen://  //Quellen:// 
   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 23; //   * //[[autor:FriedrichGottschalck|Friedrich Gottschalck]]: [[buch:sagenundvolksmährchen|Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen]], Halle, bei Hemmerde und Schwetschke. 1814, Seite 23; //
-  * //[[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottschalck_Sagen_und_Volksmaehrchen_der_Deutschen.pdf/62&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
  
 ---- ----
-{{tag>sagen FriedrichGottschalck sagenundvolksmährchen aschersleben tanz wiese frevel kerker}}+{{tag>sagen FriedrichGottschalck sagenundvolksmährchen aschersleben tanz wiese frevel kerker raub räuber ratschlag list braut hochzeit brauch vollmond kasten vonarnstein raubritter alexisbad v2}}
sagen/sagenundvolksmaehrchen04.1678284047.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)