sagen:sagenschwaben389
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| + | ====== Herzog Ulrich verirrt sich im Schönbuch und kommt nachts nach Hagelloch ====== | ||
| + | Herzog Ulrich hielt einst ein Jagen im Schönbuch zwischen Bebenhausen, | ||
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| + | Darauf antwortete der Bauer: »Ihr Gesellen meint, wenn Ihr kommt, so müsste man Euch gleich aufwarten. Meine Suppe steht auf dem Tisch. Wollt Ihr warten, bis ich fertig bin, so will ich dann den Weg zeigen.« | ||
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| + | Worauf der Herzog sagte, der Bauer solle nur allgemach essen, er wolle so lange verziehen. | ||
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| + | Als er nun mit dem Nachtessen fertig geworden war, stand er auf, nahm einen Stecken und sein Weib leuchtete ihm bis unter die Haustür. Wie der Bauer aber den Herzog Ulrich gesehen hatte, ging er wieder zurück, worauf der Herzog sagte, er solle doch nicht entweichen, wollte es ihm ja gut lohnen. | ||
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| + | Worauf der Bauer versetzte: »Ei Herr, es ist Euch Gesellen nicht allweg zu trauen. Ich will für den Stecken lieber meinen Spieß nehmen.« | ||
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| + | Auf dem Weg fragte Ulrich dann mancherlei, sonderlich von den Jägern, Amtleuten und anderen, worauf der Bauer geantwortet hatte, wie es ihm ums Herz gewesen war. | ||
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| + | Im Gespräch kamen sie beide auf eine Höhe, in ein weites Wiesenfeld, welches die Meder heißt. Da war das Feld voll Fackeln und Kerzen. Es bliesen und schrien die württembergischen Hofleute und Jäger, aber der Herzog ließ sich nichts anmerken. Als nun solche der Bauer sah, vermeinte er, es seien lauter Gespenster, sagte, er glaube, der Teufel und seine Mutter seien vorhanden, habe auf diesem Weg dergleichen nie gesehen, und hatte wollen ausreißen. Der Herzog merkte es, ermahnte den Bauern, er solle bei ihm bleiben, müsse ihm kein Leid widerfahren. Der Baier aber wäre gern wieder umgekehrt, weswegen denn Herzog Ulrich ihm drohte, wenn er ihn verlassen wolle, so wolle er eine Kugel durch ihn jagen. Er solle nur keck sein, sich an feinem Pferd heben, solle ihm kein Leid widerfahren. Dem Bauer wurde es je länger je bänger, konnte nicht ausreißen und fürchtete sich vor den Geistern mit ihren Lichtern, indem der Herzog tapfer zusprach. | ||
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| + | Im Gespräch näherte sich der Herzog den Lichtern und Fackeln, nahm sein Jägerhorn und fing zu blasen an. Darauf bliesen die Hofleute auch stark, denen der Herzog geantwortet hatte, weswegen dann die Hofleute mit ihren Fackeln dem Ton nachgeritten waren, denn sie hatten des Herzogs Jägerhorn wohl erkannt. Je näher sie nun herankamen, desto bänger wurde es dem Bauer, der noch immer vermeinte, es seien lauter Teufel, dem aber doch Herzog Ulrich immerdar tapfer zusprach. | ||
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| + | Als nun die Hofleute endlich gar dahergerannt kamen und sagten Ach gnädigster Fürst und Herr! und der Bauer von Hagelloch hörte, dass er den Herzog von Württemberg begleitet hatte, war ihm noch bänger geworden, weil er den Fürsten so lang hatte warten lassen, bis er mit seinem Nachtessen fertig geworden war, beneben auch etwas hart mit ihm geredet hatte und wieder ausreißen wollte. Aber der Herzog hatte ihm zugesprochen, | ||
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